Donnerstag, Februar 9, 2023
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Landesweite Unruhen: Viele Tote bei Protesten in Peru

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Peru ist in Aufruhr: Proteste gegen die Regierung haben sich inzwischen im ganzen Land ausgebreitet. Die Polizei geht brutal vor.

Die politische Krise in Peru gerät zunehmend außer Kontrolle: Demonstranten und Polizisten sind erneut landesweit in schwere Auseinandersetzungen gegen die Regierung verwickelt. In der Hauptstadt Lima haben Beamte am Freitagabend (Ortszeit) Tränengas auf Menschenmassen abgefeuert und Regierungsgegner Steine ​​geworfen, wie im Fernsehen zu sehen war.

Rund 11.800 Polizisten seien im Einsatz, sagte Polizeichef Victor Zanabria. Seit Beginn der Proteste im Dezember sind in Peru zahlreiche Menschen gestorben, offiziell 45 Tote.

„Die Toten und Verletzten tun mir leid“, sagte der Sondergesandte des UN-Menschenrechtskommissars Christian Salazar Volkmann nach einem Treffen mit Regierungsvertretern am Freitag. „Wir haben die Regierung auch gefragt, wie sie diese Fälle untersuchen und in Zukunft verhindern will.“

Im ganzen Land brachen Proteste aus. Demonstranten versuchten, einen Flughafen zu stürmen, eine Polizeistation in Brand zu setzen, ein Bergbaulager in Brand zu setzen. Die Regierung hat für mehrere Regionen des südamerikanischen Landes den Notstand ausgerufen.

Der ehemalige Dorfschullehrer wollte im Dezember ein Misstrauensvotum verhindern und löste den Kongress auf. Das Parlament enthob ihn daraufhin seines Amtes. Er wurde wegen Putschversuchs festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft.

Vor allem die Ureinwohner des armen Südens des Landes empfanden die Entlassung als einen Schlag der alten Eliten der Hauptstadt Lima gegen einen der ihren. Obwohl Boluarte Vizepräsidentin von Castillo war, wurde sie später aus ihrer Partei Perú Libre ausgeschlossen und distanzierte sich von der Linken im Kongress.

Nach ihrer Vereidigung als erste Präsidentin Perus signalisierte sie schnell, dass sie im Amt bleiben will bis zum Ende der Legislaturperiode 2026. In ihrer Antrittsrede suchte die neue Staatschefin vor allem die Unterstützung des Kongresses statt das Vertrauen des Kongresses die Wählerschaft des Landes.

Castillos Anhängern im Süden war klar: Boluarte hatte seinem ehemaligen Chef in den Rücken gefallen und verriet nun auch die Kleinbauern, Arbeiter und Indigenen, die Castillo einst an die Macht gebracht hatten. Gerade für die Armen hatte der ehemalige Bauer und Gewerkschafter auch große symbolische Bedeutung: Er vertrat das ländliche und indigene Peru, das sich von den europäischen Eliten in Peru stets verachtet fühlte.

Doch die Sicherheitskräfte reagierten brutal auf die Proteste, Menschen starben. Obwohl Boluarte daraufhin einen Rückzieher machte und vorgezogene Neuwahlen für April 2024 ankündigte, flammten die Proteste im neuen Jahr erneut auf. Seitdem kam es fast täglich zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Besonders die Ordnungskräfte gehen mit äußerster Härte vor.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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