Mittwoch, Oktober 27, 2021
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Langjähriger Gegner Lauterbach fordert Cannabis-Legalisierung

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Wird die mögliche Ampelkoalition auch Cannabis legalisieren? FDP und Grüne sind dafür, die SPD will eine geregelte Steuer in Modellprojekten. Ihr Gesundheitsexperte weist auf neue Gefahren im illegalen Straßenhandel hin.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich in einem möglichen Koalitionsvertrag zwischen SPD, Grünen und FDP für eine Legalisierung von Cannabis ausgesprochen. In einem Interview mit der „Rheinischen Post“ sprach er sich für eine kontrollierte Verteilung an Erwachsene aus.

Als Grund nennt er den Handel mit Cannabis, das zunehmend mit Heroin vermischt worden sein soll. „Ich habe mich jahrelang geweigert, Cannabis zu legalisieren. Inzwischen bin ich als Arzt zu einem anderen Schluss gekommen“, sagte Lauterbach. „Immer häufiger wird dem illegal verkauften Straßen-Cannabis ein neuartiges Heroin zum Rauchen beigemischt. Das treibt Cannabiskonsumenten schnell in eine Heroinsucht.“ Dieses Phänomen ist neu und verändert die Situation.

Unklar bleibt im Interview, auf welchen Berichten Lauterbach beruht. Im Drogenbericht der Bundesregierung oder auf Drugchecking-Sites spielt das Thema keine Rolle. Allerdings werden gestreckte Cannabisprodukte zunehmend zum Problem: Vor allem Marihuana wird zunehmend mit synthetischen Cannabinoiden vermischt. Verbraucher gingen damit unkalkulierbare Gesundheitsrisiken ein, warnt unter anderem der europäische Drogenbericht.

Die Legalisierung von Cannabis würde den Handel mit kontaminiertem Haschisch verhindern, sagte Lauterbach. „Ich bin daher dafür, dass wir in einem möglichen Koalitionsvertrag mit Grünen und FDP einen Passus zur legalen und kontrollierten Verteilung von Cannabis an Erwachsene formulieren.“

Die FDP-Jugendlichen plädieren derweil für eine noch weitergehende Reform. „Statt des kleinsten gemeinsamen Nenners brauchen wir jetzt große Reformen, die weit über die Legalisierung von Cannabis hinausgehen“, sagte der Chef der Jungliberalen, Jens Teutrine, der „Rheinischen Post“. „Das Verbot, die Kriminalisierung und Stigmatisierung von Cannabis ist gescheitert.“ Nur eine vollständige Legalisierung würde die notwendigen Qualitätsstandards und den Jugendschutz gewährleisten.

IFDP und Grüne befürworten die Legalisierung von Cannabis und den „Verkauf in lizenzierten Fachgeschäften“. Die SPD plädiert dagegen für eine „regulierte Abgabe“ an Erwachsene zunächst in Modellprojekten, die von Präventions- und Beratungsangeboten begleitet werden.

Gewerkschaftsvertreter der Polizei warnen vor einer Legalisierung. Sie argumentieren unter anderem, dass Cannabis eine oft heruntergespielte Droge ist, die insbesondere bei jungen Menschen zu erheblichen Gesundheitsproblemen und sozialen Konflikten führen kann.

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