Freitag, Juni 24, 2022
StartNACHRICHTENLangsame Energiewende: Wie die Bundesregierung Druck auf den Ausbau der Windenergie ausübt

Langsame Energiewende: Wie die Bundesregierung Druck auf den Ausbau der Windenergie ausübt

- Anzeige -

Die Bundesregierung will einen schnelleren Ausbau der Windenergie: Durch Gesetzesänderungen werden ausbauunwillige Bundesländer nun gezwungen, die Windkraft stärker auszubauen. Worum geht es?

Eines der Haupthindernisse für den Ausbau der Windenergie an Land ist laut Gesetzentwurf der Mangel an verfügbarer Fläche. Deshalb will die Bundesregierung rechtlich verbindliche Gebietsziele für die Windenergie an Land festlegen. Für Windenergieanlagen sollten verfügbar sein:

Die meisten Windenergieanlagen stehen im Norden der Bundesrepublik, wie unsere Karte zeigt:

Bezogen auf die Fläche sind Bremen (0,21 Windkraftanlagen pro Quadratkilometer) und Schleswig-Holstein (0,19) Spitzenreiter beim Ausbau der Windenergie. In Berlin (0,01), Bayern (0,02) und Baden-Württemberg (0,02) ist die Dichte an Windkraftanlagen jedoch besonders gering.

In den meisten Bundesländern werden die geplanten Flächenziele bislang weitestgehend verfehlt. Derzeit sind nach Angaben der Bundesregierung 0,8 % der Landesfläche für Windkraft an Land bestimmt, tatsächlich stehen aber nur 0,5 % zur Verfügung.

Der Bundesverband Windenergie hatte wiederholt von einem sich ausweitenden Nord-Süd-Gefälle gesprochen: Im Norden werden viel mehr neue Windkraftanlagen gebaut als im Süden. Insgesamt ist der Ausbau in den vergangenen Jahren aber auch wegen langwieriger Planungs- und Genehmigungsverfahren ins Stocken geraten – auch der Bund will das Problem lösen.

Einzelne Bundesländerregelungen erschweren den Ausbau seit Jahren. Faktoren wie Windstärke, Naturschutz oder Siedlungsentfernungen fließen in die Bewertung der Standorteignung durch die Länder ein.

Der Bau von Windkraftanlagen in Bayern war lange Zeit besonders schwierig. Dort gilt die sogenannte 10H-Regel für die Entfernung zur nächsten Siedlung. Darin heißt es: Ein neues Windrad sollte mindestens zehnmal so hoch sein wie die nächste Siedlung. Eine moderne Anlage, die eine Höhe von 250 Metern erreichen kann, muss daher mindestens 2,5 Kilometer von der nächsten Siedlung entfernt sein.

Ausnahmen von der 10H-Regel gibt es in Bayern erst seit Ende April, was die potenziellen Flächen für Windkraftanlagen vergrößert.

ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare