Freitag, Oktober 7, 2022
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Lapid geht davon aus, dass Israel zu zehn Prozent russische Gaslieferungen ersetzen will

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Bei seinem Besuch in Berlin verspricht Israels Regierungschef aktive Hilfe gegen den Gasengpass in der EU. Zehn Prozent der russischen Versäumnisse könnten aufgefangen werden, womöglich schon im nächsten Jahr, sagt Lapid – und lobt den Kanzler für seine klare Linie zum Holocaust.

Laut Ministerpräsident Jair Lapid will Israel zur Linderung der Energiekrise in Europa beitragen. „Vielleicht können wir die Gasexporte nach Europa steigern, das wird hoffentlich nächstes Jahr möglich sein“, sagte Lapid bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Olaf Scholz in Berlin.

Israel und Ägypten haben im Juni in Kairo im Beisein von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eine Absichtserklärung zur Lieferung von Flüssiggas nach Europa unterzeichnet. Demnach soll Israel Gas ins benachbarte Ägypten liefern, das dort verflüssigt und in Tankern nach Europa exportiert werden soll. Lapid sprach von „einem Teil der Bemühungen, russische Gaslieferungen nach Europa zu ersetzen“. Israel kann derzeit rund zehn Prozent des russischen Gases ersetzen. Darüber hinaus habe Israel den Vorteil vieler Start-ups im Bereich der erneuerbaren Energien, sagte der Premierminister.

Lapid lobte auch das Verhalten von Scholz nach Äußerungen des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas zum Holocaust. Es sei offensichtlich, dass Scholz von den Äußerungen überrascht gewesen sei, sagte Lapid nach einem Treffen mit Scholz. „Ich habe der Kanzlerin dafür gedankt, dass sie auf das reagiert hat, was Abbas gesagt hat.“ Lapid fügte hinzu: „Wir wissen es zu schätzen, dass er das so klar gesagt hat.“

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Scholz im vergangenen Monat beschuldigte Abbas Israel mehrerer „Holocausts“ an den Palästinensern und löste Empörung aus. Er hatte gesagt: „Israel hat von 1947 bis heute 50 Massaker an 50 palästinensischen Orten begangen. 50 Massaker, 50 Holocausts.“ Darauf ging der Bundeskanzler auf der Pressekonferenz nicht ein und distanzierte sich erst später deutlich. Dies wurde von vielen als zu spät kritisiert.

Scholz sagte zu dem Skandal: „Es ist ganz klar, dass wir die palästinensische Seite auffordern, den Weg frei zu machen für eine demokratische Entwicklung und eine gute Entwicklung, die eine Zwei-Staaten-Lösung überhaupt erst eröffnet.“ Es ist daher entscheidend, dass solche Aussagen nicht mehr gemacht werden. Darauf werden wir auch weiterhin bestehen. Jegliche Relativierung des Holocaust ist inakzeptabel und wird nicht akzeptiert. „Es ist auch ein Verbrechen an den Opfern der Shoah, die so viel gelitten haben.“

„Was Präsident Abbas gesagt hat, war widerlich, respektlos und schrecklich, einfach schrecklich“, sagte Lapid. „Der Holocaust ist mit nichts zu vergleichen.“ Er ist besorgt, dass diese Redewendung nicht nur in Abbas‘ Äußerungen in Deutschland, sondern auch in palästinensischen Schulbüchern zu finden ist. „Dieses schreckliche Hetzen von Hass wird Kindern beigebracht“, sagte Lapid. „Das muss die zivilisierte Welt angehen.“

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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