Sonntag, August 14, 2022
StartNACHRICHTENLobbyarbeit für den Kreml Selenskyj benennt Schröders Verhalten "widerlich"

Lobbyarbeit für den Kreml Selenskyj benennt Schröders Verhalten "widerlich"

- Anzeige -


Der Kreml wolle den Krieg mit einer Verhandlungslösung beenden, sagt Altkanzler Schröder nach seinem Besuch in Moskau und wertet das als gute Nachricht. In der Ukraine sieht man das anders. Die angebliche Gesprächsbereitschaft ist nichts als eine Nebelwolke, heißt es aus Kiew.

Äußerungen von Altkanzler Gerhard Schröder, Kremlchef Wladimir Putin sei zu Friedensverhandlungen bereit, hält die ukrainische Führung für unglaubwürdig. „Nichts ist zynischer als die Behauptungen von Putin-Anhängern, Russland sei bereit zu Verhandlungen“, schrieb der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba auf seinem Twitter-Kanal. Der tägliche Beschuss ukrainischen Territoriums sagte etwas anderes.

Der ukrainische Chefdiplomat verwies auf schweres Artilleriefeuer und Raketenangriffe auf zivile Objekte. Zudem warf er dem russischen Militär erneut schwere Kriegsverbrechen vor. „Russland konzentriert sich weiterhin auf den Krieg – alles andere ist eine Rauchwolke“, fügte Kuleba hinzu.

Ähnlich klang der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache am Abend. Der Kreml tue nur so, als sei er zu Verhandlungen bereit, sagte er. Wäre Russland wirklich an einer friedlichen Lösung des Konflikts interessiert, würde es jetzt nicht weitere Reserven in der Südukraine anhäufen. Selenskyj kritisierte in diesem Zusammenhang auch Gerhard Schröder ausdrücklich. „Es ist einfach widerlich, wenn ehemalige Führer mächtiger Staaten mit europäischen Werten für Russland arbeiten, das gegen diese Werte kämpft“, sagte Selenskyj.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte am Mittwoch, Russland sei durchaus bereit, das „Problem“ diplomatisch zu regeln – allerdings nur zu russischen Bedingungen. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine Ende Februar gab es kurzfristige Bemühungen um eine diplomatische Lösung. Die letzte Verhandlungsrunde fand Ende März in Istanbul statt. Es gab eine Annäherung, aber danach gab es kein weiteres Treffen mehr. Die letzten Telefongespräche zwischen den Verhandlungsführern wurden im Mai gemeldet. Offenbar hoffen beide Seiten, zunächst mit militärischen Mitteln ihre Verhandlungsposition zu verbessern.



Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare