Dienstag, Januar 25, 2022
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Lockdown seit 19. Dezember: Die Niederlande öffnen wieder – aber nicht alles

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Ab heute wird der strikte Lockdown in den Niederlanden gelockert – allerdings nicht für alle Bereiche. Gastronomie und Kultur bleiben geschlossen. Aber gerade für Gastwirte reicht es – manche wollen auch trotz Verbot öffnen.

Die Niederlande beenden den strikten Corona-Lockdown nach knapp vier Wochen und unter starkem Druck von Unternehmern. Es bleiben jedoch strenge Maßnahmen. Geschäfte, Friseure, Sexshops und Sportvereine sowie Universitäten dürfen ab heute wieder öffnen. Das teilte Ministerpräsident Mark Rutte am Freitagabend in Den Haag mit. Restaurants, Museen, Theater und Kinos bleiben geschlossen – zumindest bis zum 25. Januar. Gastwirte und die Kulturbranche sind empört.

Angesichts der dramatisch steigenden Infektionszahlen könnten nicht mehr Sektoren gleichzeitig geöffnet werden, sagte Rutte. „Man kann nicht alles gleichzeitig machen, das Risiko ist zu groß.“ Möglicherweise gibt es zum Monatsende neue Lockerungen.

Gesundheitsminister Ernst Kuipers sprach von einer „neuen Phase der Pandemie“. Der Bedarf bei Bürgern und Unternehmern ist groß. „Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben.“ Das Risiko einer Überlastung des Gesundheitssystems bleibt jedoch hoch.

Der Widerstand gegen die harten Maßnahmen hatte in den vergangenen Tagen stark zugenommen. Restaurantbesitzer haben für heute bereits Proteste angekündigt und wollen ihre Cafés und Restaurants trotz des Verbots öffnen. Sie werden oft von Bürgermeistern unterstützt. „Das Kabinett kann Gastronomie (und Kultur) nicht allein lassen“, twitterte der Generaldirektor des nationalen Branchenverbands, Dirk Beljaarts. Rutte gab zu: „Ich verstehe sehr gut, dass sich das absolut unfair anfühlt.“ Schließlich hätten sich viele in den langen Monaten der Schließung darauf vorbereitet, sicher öffnen zu können.

In der Südstadt Valkenburg bei Aachen waren dagegen bereits am Freitag zahlreiche Geschäfte und Restaurants geöffnet. Um ihrem Ärger Luft zu machen, öffneten hier am Freitagmorgen Geschäfte, Bars und Restaurants. Die Bewohner aßen und tranken im Freien auf der Hauptstraße. „Die ersten paar Lockdowns waren logisch, ich habe ihnen zugestimmt, aber es fühlt sich nicht mehr fair an“, sagte Didi Corten, der die Außenterrasse seiner „Brasserie America“ eröffnete.

Laut Regierungsbeschluss dürfen Geschäfte nun wieder täglich bis 17 Uhr Kunden empfangen. Bürger dürfen vier Besucher zu Hause empfangen, zuvor waren es zwei. Die Quarantänepflicht gilt nicht für diejenigen, die eine Auffrischungsimpfung erhalten haben oder sich in diesem Jahr angesteckt haben. Bisher haben nur Supermärkte und Apotheken geöffnet.

Der Lockdown ab dem 19. Dezember soll den Krankenhäusern etwas Luft verschaffen. Trotz Tageshöchstständen an Neuinfektionen sinkt die Zahl der Patienten in den Krankenhäusern. Mehr als 35.000 Neuinfektionen wurden am Freitag registriert – so viele wie nie zuvor. Das sind mehr als 1.300 Fälle pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Zum Vergleich: In Deutschland liegt dieser Wert bei 470.



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