Mittwoch, November 30, 2022
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Machtwechsel in Burkina Faso? Damiba ruft Putschisten zur Vernunft

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Am Freitag war Teil des Militärputschs der bisherige Chef der Militärjunta aus dem Amt. Doch wo sich der mutmaßlich gefallene Damiba aufhält, ist unklar. Er warnt vor einem Bürgerkrieg. Frankreich weist derweil Vorwürfe der Beteiligung zurück.

Der angeblich abgesetzte Chef der Militärjunta in Burkina Faso, Paul-Henri Sandaogo Damiba, hat die Putschisten zur Vernunft aufgerufen. Er appelliere an die Putschisten, „zur Vernunft zu kommen, um einen Bürgerkrieg zu vermeiden, den Burkina Faso nicht gebrauchen kann“, sagte Damiba laut einer auf der offiziellen Facebook-Seite des Präsidialamts veröffentlichten Erklärung.

Er wies die Behauptungen von Putschisten zurück, er plane „eine Gegenoffensive“ von einem französischen Militärstützpunkt aus. Dies sei nur ein Versuch, „die öffentliche Meinung zu manipulieren“, erklärte Damiba.

Die französische Botschaft in dem westafrikanischen Land hatte zuvor jede Beteiligung an den Ereignissen bestritten. Damiba befinde sich weder in der diplomatischen Vertretung noch auf einem französischen Militärstützpunkt, erklärte die Botschaft – und wies damit Vorwürfe der neuen Machthaber zurück. Ein Vertreter der Junta hatte im Staatsfernsehen RTB gesagt, Damiba habe auf dem Stützpunkt Unterschlupf gefunden. Er plant, sich zu wehren. Berichten zufolge griffen Demonstranten die französische Botschaft an.

Acht Monate nach dem letzten Putsch inszenierte ein Teil des Militärs unter der Führung von Hauptmann Ibrahima Traoré am Freitag einen weiteren Putsch. Wo sich Damiba aufhält, blieb unklar. Die neuen Machthaber warfen ihm vor, im Kampf gegen den Terrorismus nicht mit „anderen Partnern“ zusammenarbeiten zu wollen. Um wen es sich dabei handelte, blieb unklar.

Nach Angaben eines Mitarbeiters der Deutschen Presse-Agentur ist in der Hauptstadt Ouagadougou am Samstag eine kleine Gruppe nahe der französischen Basis auf die Straße gegangen. Sie forderten die französischen Soldaten auf, das Land zu verlassen, und sicherten dem Putschistenführer Traoré ihre Unterstützung zu. Auch russische Flaggen waren hier und da zu sehen. In den sozialen Medien wurden Aufrufe zu einer Solidaritätsdemonstration für Traoré mit dem Untertitel „Gegen Damiba und Frankreich“ geteilt.

Unterdessen „verurteilte“ das französische Außenministerium die Gewalt gegen seine diplomatischen Vertretungen in Burkina Faso „auf das Schärfste“. „Jeder Angriff auf unsere diplomatischen Einrichtungen ist inakzeptabel. Wir fordern alle Beteiligten auf, im Einklang mit internationalen Vereinbarungen für ihre Sicherheit zu sorgen“, hieß es am Samstagabend in Paris. In der Botschaft und im Lagezentrum in Paris wurden Krisenstäbe eingerichtet, um die Lage zu überwachen. Die Sicherheit französischer Staatsangehöriger hat Priorität.

Der Generalstab der burkinischen Armee sagte, dass Verhandlungen innerhalb der Streitkräfte im Gange seien, um die Spannungen zu entschärfen. Die EU, die Afrikanische Union und die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) bedauerten den erneuten Staatsstreich und forderten eine Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung bis spätestens Juli 2024, wie geplant. Die Sicherheitslage in dem Sahel-Land mit rund 21 Millionen Einwohnern hat sich zuletzt verschlechtert, was den Druck auf die bisherige Übergangsregierung von Damiba erhöht hat.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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