Sonntag, September 25, 2022
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Manhattan bereitet sich auf die UN-Generalversammlung vor

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In der kommenden Woche findet in New York die UN-Generalversammlung statt – zum ersten Mal seit drei Jahren. Für die Stadtteile rund um die Zentrale bedeutet dies die Rückkehr des Ausnahmezustands.

Drei Jahre lang war es gespenstisch ruhig. Hier sind wir wieder: Der jährliche Septembersturm in Midtown Manhattan. Und der Anwohner Brad Abrahms erinnert sich wieder.

130 und damit überdurchschnittlich viele Staats- und Regierungschefs wollen persönlich zur wichtigsten Jahresdebatte aller Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen kommen – von US-Präsident Biden bis Bundeskanzler Scholz. Andere, wie Russland und China, schicken ihre Außenminister. Auch Bundesaußenminister Baerbock ist dabei.

Schwarze Autokolonnen rollen dann in einer Tour zum UN-Hauptquartier am East River. Die Zahl der Barrikaden wächst seit Tagen. Allein im UN-Distrikt gibt es 30 Straßenblockaden. Von Anwohnern und Büroangestellten wird viel Geduld verlangt. Abrahms weiß, dass jeder, der kann, für diese Woche aus der Stadt flieht: „Es ist nicht schön, hier zu leben, wenn ES passiert.“

Aber John Tsang denkt anders. Er betreibt einen Fahrradladen direkt gegenüber dem Meer aus UN-Flaggen.

Die New Yorker nehmen einfach alles, wie es kommt, sagt er. Das zeichnet sie aus.

Und sei es das Live-Comeback der ersten vollständigen UN-Generalversammlung. UNGA ist ihre Abkürzung unter Diplomaten – viele haben die UNGA-Woche längst umbenannt: Gaga-Woche.

Die letzte vor der Pandemie zog 11.000 Delegierte nach Manhattan. Diesmal könnten es sogar noch mehr sein. Denn die drängenden Weltprobleme wie Ukrainekrieg, Ernährungs- oder Klimakrise sind groß. Und die Versuchung, möglichst viele gute Gespräche am Rande des großen Redemarathons zu führen.

Es ist cool, so viele Menschen zu sehen und so viele Sprachen zu hören, sagt Adriana Stark, die mittendrin wohnt. Die Hektik ist nur der Preis für das Leben in einer so weltoffenen Stadt. Auch für ihren kleinen Hund Terry: „Wir packen das an!“

Die Bars und Restaurants der Stadt seien bereit, sagt Andrew Rigie, Leiter der New York Restaurant Association.

Die guten Hotelbetten sind praktisch ausgebucht – auch wenn sie teilweise dreimal so teuer sind wie sonst: 700 Dollar pro Nacht bedeuten noch keine vier Sterne.

Und die Inflation schlägt auch auf andere Weise hart zu. Ein Acht-Dollar-Kaffee zum Mitnehmen. Alle schütteln den Kopf. Aber selbst das wäre für die meisten besser als die Stille davor. Ohne die Vereinten Nationen würden viele Geschäfte und Bars nicht überleben, sagt Pizzeria-Manager Gus Manessis.

Das familiengeführte Patsy’s Pizza wirbt mit Prominenten von Frank Sinatra bis Kim Basinger und George Clooney, die dort gegessen haben. Gus freut sich nun auf weitere bekannte Gesichter, die er von früher kennt.

Auch die Deutschen kommen oft hierher, sagt er. „Ich bin froh, dass ihr alle zurückkommt!“



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Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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