Donnerstag, Dezember 1, 2022
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"Mann und Frau ein Körper" Rentner spricht über die Tötung seiner pflegebedürftigen Frau

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Der Angeklagte spricht von einer liebevollen und harmonischen Ehe. Seine Frau war die einzige, die er je geliebt hatte. Alles scheint sich zu ändern, als sie zum Pflegefall wird. Der Mann steht nun wegen Totschlags vor Gericht.

Er kann sich noch genau erinnern, wie es damals mit seiner Frau angefangen hat: Es war an einem regnerischen Tag. „Sie hatte keinen Regenschirm dabei und ich habe sie gefragt, ob ich sie nach Hause bringen könnte.“ Mehr als sechs Jahrzehnte später steht der 85-Jährige vor Gericht, weil er die Frau getötet hat, in die er sich verliebt hat – nach 65 gemeinsamen Jahren, an „diesem schicksalhaften Tag“.

Das Landgericht München II verurteilte ihn wegen Totschlags. Am 10. Juli dieses Jahres soll er seine Frau erdrosselt haben, die nach einer Gehirnblutung zu vielen Dingen nicht mehr in der Lage war, las die Staatsanwaltschaft am Dienstag in der Anklageschrift vor, „um sich nicht mehr um sie kümmern zu müssen sie und um ihn daran zu hindern, sie hilflos zurückzulassen“.

„Ich komme jetzt zu dir, ich bring dich um“, soll er laut Anklage gesagt haben, bevor er vom Sofa aufstand. „Du bleibst liegen, was habe ich dir getan?“ Seine Frau soll gesagt haben, bevor er sie mit einer sogenannten „Knobkierie“ geschlagen haben soll, einem afrikanischen Schlaginstrument, das sie aus drei gemeinsamen Jahren in Südafrika mitgebracht hatten. bis sie nicht mehr widerstehen konnte.

Danach soll er sie laut Anklage erstickt haben: „Nachdem der Angeklagte bemerkt hatte, dass die Geschädigte keinen Widerstand mehr leistete, kniete er sich neben sie und schnitt ihr bis zum Hals die Luftzufuhr ab das restliche Klappern hatte aufgehört.“ Der Mann soll mit dem Kopf gegen die Metallkante einer Wand geschlagen und versucht haben, sich das Leben zu nehmen.

Bis zur Erkrankung seiner Frau sei es eine liebevolle und harmonische Ehe gewesen, sagt der Angeklagte vor Gericht. Durch eine Aussage seines Anwalts gibt er die Tat zu. Es spricht von einer „Symbiose“ mit seiner Frau, der einzigen Frau, die er je in seinem Leben hatte.

Sie war eine perfekte Hausfrau: „Die Unterwäsche war gebügelt, das Mittagessen stand auf dem Tisch“, wusste er jahrzehntelang – bis sich das nach der Gehirnblutung änderte. Seine Frau wusste nicht mehr, dass man Wasser braucht, um Kartoffeln zu kochen, da merkte er zum ersten Mal, dass etwas nicht stimmte. Und auch nach der Diagnose und einem Krankenhausaufenthalt wurde es nicht besser.

„Als ich gesagt habe, bringt mir Unterwäsche – das war in unserer Generation so – dann hat sie mir Damenunterwäsche mitgebracht“, beschreibt der Mann die Situation in der WG im oberbayerischen Weilheim. „Ich habe zum ersten Mal ungebügelte Hemden angezogen.“

Bis dahin hätten sich die beiden, die keine Kinder und kaum eine Familie haben, perfekt ergänzt – inklusive der klassischen Rollenverteilung. „Mann und Frau ein Körper“, heißt es in der Aussage des Angeklagten. Die Verbindung sei so eng, dass es „schwer vorstellbar sei, jemals ohne den anderen zu leben“. In der Justizvollzugsanstalt Stadelheim schnitt ihm zum ersten Mal seit Jahrzehnten ein Friseur die Haare – bis dahin immer seine Frau.

Nur vier Tage nach der Tat, am 14. Juni, hatte er tatsächlich einen Termin in einem Seniorenheim, um einen Vertrag für die beiden zu unterschreiben. Der Alte sagt, er könne sich nicht erklären, warum das vor ein paar Tagen passiert sei. Er bereue die Tat jeden Tag, er lasse sich seinen Anwalt vorlesen und dass „ich mir nicht verzeihen kann, was ich meiner Frau an diesem Tag angetan habe“. „Für mich war es, als würde ich von einer unbekannten Macht getrieben.“

Der Vorsitzende Richter will diesen Satz, der darauf hindeutet, dass der Mann seine Unfähigkeit vortäuschen will, nicht so stehen lassen. Er appelliert an den Angeklagten, es sich zweimal zu überlegen. Er muss sich – nicht nur für das Gericht, sondern vor allem für sich selbst – mit dem auseinandersetzen, was er dort getan hat.

Der Fall ist kein Einzelfall: Vor zwei Jahren verurteilte das Landgericht Würzburg einen 92-jährigen Mann zu einer Bewährungsstrafe, nachdem er seine an schwerer Demenz erkrankte Frau erstickt hatte. Gericht und Staatsanwaltschaft glaubten ihm damals, er habe es aus Liebe getan, um seine Frau von ihrem Leid zu erlösen.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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