Samstag, Dezember 10, 2022
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Masala bei Maischberger "Der Westen muss unberechenbarer werden"

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Militärexperte Carlo Masala glaubt derzeit nicht, dass der Krieg in der Ukraine durch Verhandlungen beendet werden kann. Mit „Maischberger“ in der ARD empfiehlt er eine neue Strategie für westliche Länder. Bei Sanktionen gegen Russland hat die EU noch Pfeile im Köcher.

Der Militärexperte Carlo Masala empfiehlt den westlichen Ländern im Ukraine-Krieg ein neues Vorgehen gegenüber Russlands Präsident Wladimir Putin. Bei den Waffenlieferungen sei der Westen an einem gewissen Punkt angelangt, sagt der Politikwissenschaftler, der an der Universität der Bundeswehr forscht. Sowohl die Nato als auch die USA würden darüber diskutieren, wie lange sie noch Waffen an die Ukraine liefern können. Noch immer tabuisiert der Westen Lieferungen von Kampfpanzern und Kurzstreckenraketen. Deshalb fordert Masala: „Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir den Russen gegenüber unberechenbarer werden.“

Bisher hat das Militärbündnis die Russen nur in zwei Punkten eingeschränkt: Sie werden sich dem Einsatz von Atomwaffen oder einem russischen Angriff auf einen Mitgliedsstaat widersetzen. Masala glaubt, dass die NATO der russischen Führung in der Ukraine selbst Grenzen setzen muss. So könnte das westliche Militärbündnis etwa damit drohen, die Ukraine mit Kurzstreckenraketen zu beliefern, wenn die russische Armee weiterhin strategische Infrastruktur im Land bombardiert. Die Europäische Union hat noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, gegen Russland vorzugehen. Sie könnten zum Beispiel die Gazprom Bank übernehmen. „Oder sie könnte sagen: ‚Wir schmeißen dich aus dem Swift. Das sind Dinge, mit denen wir noch nicht gedroht haben.‘ Swift ist eine Organisation, die besonders sichere internationale Bankgeschäfte ermöglicht.

Derzeit kann der Krieg in der Ukraine nicht durch Verhandlungen beendet werden. „Und je länger der Krieg dauert, desto mehr wird der Zusammenhalt des Westens bröckeln“, beschreibt Masala die aktuelle Gefahr. Für mögliche Friedensverhandlungen gibt es für den Experten nur einen Weg: „Indem man die Ukraine so ausrüstet, dass sie in der Lage ist, noch mehr Territorium zurückzuerobern, damit Russland merkt, dass es viel zu teuer ist, das verbleibende Territorium zu halten zu viele Opfer und bindet zu viele Ressourcen, damit sich Russland dann komplett aus der Ukraine zurückzieht. Das wäre wünschenswert.“

Russlands Präsident Putin kann es sich derzeit nicht leisten, diesen Krieg zu verlieren. „Aber er kann militärisch nicht mehr lange gewinnen“, sagte Masala. Deshalb braucht er jetzt eine Pause, um seine Armee zu verstärken. Darauf setzt Putin derzeit.

Die Befreiung der Stadt Cherson sei ein wichtiger Erfolg für die ukrainische Armee, aber kein Wendepunkt im Krieg, sagte Masala. Cherson war die einzige Hauptstadt eines Gebiets, das die russische Armee erobern konnte, erklärt er. „Aber wir sehen, dass sich die russische Armee geordnet zurückgezogen hat und sich jetzt südlich des Dnjepr eingräbt.“ In Russland könnte eine zweite Mobilisierung unmittelbar bevorstehen, und die Munitionsfabriken laufen laut Masala auf Hochtouren. Sein Fazit: „Die Russen versuchen jetzt, den Winter zu überstehen, und sie werden wahrscheinlich im Frühjahr eine neue Offensive bei Cherson starten, um die Stadt zurückzuerobern.“

Masala nennt die Vorstellung, die ukrainische Armee könne die Russen vollständig aus der Ukraine vertreiben, „illusorisch“. Allein die Eroberung der Krim würde für die Ukrainer einen so großen Aufwand bedeuten, dass sie andere strategisch wichtige Stellungen schwächen müssten und dort die russische Armee angreifen könnte. Sie versuche derzeit, „die Ukraine in die Steinzeit zurückzubomben“, indem sie strategisch wichtige Infrastrukturen beschieße, so die Expertin. Deshalb ist ein härteres Vorgehen des Westens gegen Russland so wichtig.

Auch der frühere russische UN-Diplomat Boris Bondarev wünscht sich mehr Unterstützung aus dem Westen für die Ukraine. Bondarev hatte im Mai gegen den russischen Angriff auf die Ukraine protestiert und danach den diplomatischen Dienst verlassen. Heute versteckt er sich vor dem Regime in Moskau. Er sagt zu Maischberger: „Im Krieg geht es nicht nur um die Ukraine. Es geht um Sie, um den Westen, um die regelbasierte Weltordnung. Putin will die Weltkarte neu gestalten. Wenn der Westen kriegsmüde wäre und nein Unterstützen Sie die Ukraine nicht länger, das wäre auch Ihre Niederlage.“

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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