Montag, Oktober 18, 2021
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Massensturz bei Tour de France-Zuschauer wegen Schild vor Gericht

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Eine Tour-de-France-Zuschauerin will ihre Großeltern mit einem Schild begrüßen – und löst einen Massensturz aus, in dessen Folge einige Fahrer die Tour am ersten Tag beenden müssen. Nun muss sich die junge Frau vor Gericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft hat wegen eines schweren Massensturzes bei der Tour de France im vergangenen Juni eine viermonatige Bewährungsfrist gefordert. „Omi und Opi“ hatten die Zuschauer mit einem Pappschild vom Rand des Radrennens begrüßen wollen – doch als sie es in die Kameras hielt, sorgte sie für einen Massensturz von rund 50 Tourteilnehmern. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 31-Jährigen Gefährdung anderer und fahrlässiger Körperverletzung vor. Das Gericht in Brest will das Urteil am 9. Dezember bekannt geben.

Die junge Frau habe die Gefährlichkeit ihres Verhaltens gesehen, sagte die Staatsanwaltschaft im Prozess am Donnerstag. Der Verteidiger verwies auf die fragile Persönlichkeit seines Mandanten. „Sie geht durch die Hölle“, sagte er.

Im Juni, während der ersten Etappe der Tour de France, stand die 31-jährige Französin mit dem Rücken zu den herannahenden Tourteilnehmern am Straßenrand und hielt ihr Pappschild mit der Aufschrift „Allez Opi-Omi!“ im Weg gehalten. Sie sei sich sicher, dass ihre Großeltern die Tour im Fernsehen verfolgten, sagte sie. Der deutsche Profi Tony Martin konnte sich dem nicht mehr entziehen, kollidierte mit dem Schild und stürzte – und Dutzende weitere Tourteilnehmer in der Folge.

Mehrere Athleten mussten die Tour wegen schwerer Verletzungen abbrechen, darunter die Deutsche Jasha Sütterlin und der Spanier Marc Soler, der wegen dreier Frakturen am linken Arm behandelt werden musste. „Der Schaden, den die Fahrer erlitten haben, ist körperlicher, moralischer und wirtschaftlicher Natur“, sagte der internationale Radsportverband Cyclistes Professionnels Associés (CPA).

Sie fordert eine symbolische Entschädigung von einem Euro – und mehr Respekt. Es ist nicht hinnehmbar, dass die monatelange Vorbereitung eines Sportlers auf ein Radrennen durch das „Streben nach Bewusstsein“ der Zuschauer zunichte gemacht wird.

Während die Bilder der stürzenden Radprofis um die Welt gingen, war die junge Frau zunächst nicht zu finden. Erst nach der Veröffentlichung eines Zeugenaufrufs stellte sie sich vier Tage später schließlich der Polizei. Die junge Frau bezeichnete ihre Tat als „Dummheit“. Die Reiseveranstalter hatten erwogen, eine Anzeige aufzugeben, entschieden sich aber dagegen.

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