Mittwoch, Dezember 7, 2022
StartNACHRICHTENMassive Stromausfälle in der Ukraine Russland kündigt weitere an "Dezimierung" ein

Massive Stromausfälle in der Ukraine Russland kündigt weitere an "Dezimierung" ein

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Die Lage ist verzweifelt: Nach den massiven Angriffen russischer Truppen haben weite Teile der Ukraine weder Strom noch Wasser. Allein in Kiew haben 80 Prozent der Haushalte keinen Strom. Doch Moskau will an seiner Strategie festhalten, bis Kiew eine „realistische Haltung“ einnimmt.

Nach massiven russischen Angriffen auf kritische Infrastrukturen in der Ukraine mischte sich auch der UN-Sicherheitsrat in New York ein – wobei Russland allerdings wenig nachgab. Moskaus Botschafter bei den Vereinten Nationen, Wassili Nebensia, sagte dem Gremium, sein Land werde das militärische Potenzial der Ukraine weiter dezimieren, bis Kiew eine „realistische Haltung“ zu den Verhandlungen einnehme. Die Angriffe auf die Infrastruktur seien die Antwort „auf das Vollpumpen des Landes mit westlichen Waffen und die unklugen Forderungen Kiews nach einem militärischen Sieg über Russland“.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte vor dem UN-Sicherheitsrat eine erneute Verurteilung Moskaus. Russland müsse eindeutig als Terrorstaat bezeichnet werden, sagte Selenskyj, der per Video zugeschaltet war. Die Ratssitzung war zuvor nach einer Anfrage von Zelenskyj kurzfristig auf die Tagesordnung gesetzt worden.

Die Angriffe auf kritische Infrastrukturen, die zu großflächigen Stromausfällen führten, seien „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, sagte Selenskyj. Er forderte mehr Luftverteidigungsunterstützung und Expertenteams der Vereinten Nationen, um den Schaden zu untersuchen. „Die Besatzer tun alles, damit die Menschen leiden, sodass wir uns nicht einmal mehr spüren oder sehen“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache.

Auch die UN-Hochkommissarin für politische Angelegenheiten, Rosemary DiCarlo, verurteilte die Angriffe auf kritische Infrastrukturen scharf. Diese sind nach internationalen Menschenrechtsgesetzen verboten und die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie verletzt werden.

In der Ukraine versuchten Techniker fieberhaft, die stark beschädigte Energieversorgung ihres Landes wieder instand zu setzen. Das Präsidialamt in Kiew meldete am späten Mittwochabend erste Erfolge: In 15 Gebieten gebe es wieder Strom, sagte Vizepräsident Kyrylo Timoschenko.

Russland hat am Mittwoch rund 70 Raketen und Drohnen auf die Ukraine abgeschossen. Nach Angaben der Air Force wurden 51 Raketen und 5 Drohnen abgefangen. Aber die verbleibenden Raketen töteten zehn Menschen und richteten erneut schwere Schäden am Stromnetz der Ukraine an. Die Kernkraftwerke des Landes wurden abgeschaltet, und die meisten Wärme- und Wasserkraftwerke fielen aus, sagte das Energieministerium. Es kam zu großflächigen Stromausfällen.

Laut Bürgermeister Vitali Klitschko waren 80 Prozent der Haushalte in der Hauptstadt Kiew mit ihren drei Millionen Einwohnern ohne Strom und Wasser. Journalisten berichteten, dass sie die Stadt noch nie so dunkel gesehen hätten. Die Verwaltung wollte mit handbetriebenen Sirenen und Lautsprechern vor möglichen weiteren Luftangriffen in Teilen der Stadt ohne Strom warnen. „Die Situation in Kiew ist schwierig“, sagte Selenskyj. „Die Arbeit dauert die ganze Nacht.“ Ein Ergebnis wird erst am Morgen erwartet.

Bundeskanzler Olaf Scholz sagte zu den Anschlägen, Russlands Präsident Wladimir Putin zeige einmal mehr, wie rücksichtslos und gnadenlos er in diesem Krieg sei. „Einen Krieg, den er auf dem Schlachtfeld nicht mehr gewinnen kann, so viel scheint klar.“ Er forderte Putin auf, seine Truppen abzuziehen und Friedensgesprächen mit der Ukraine zuzustimmen. Der französische Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Anschläge als Kriegsverbrechen, die Konsequenzen haben sollten. Dennoch kündigte Macron an, bald wieder mit Putin in Kontakt zu treten. Auch die USA verurteilten die Angriffe.

Auf einem Verteidigungsgipfel der ehemaligen Sowjetrepubliken forderte auch der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajew ein Friedensabkommen im Krieg Russlands gegen die Ukraine. „Was die Ukraine betrifft, so denke ich, dass die Zeit für eine kollektive Suche nach einer Friedensformel gekommen ist“, sagte Tokajew auf dem Gipfel der von Russland dominierten Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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