Donnerstag, Januar 20, 2022
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Mehr als 2000 neue Stellen Gesundheitsämter stocken Personal auf

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Im ersten Jahr von Corona beschließen Bund und Länder, bis Ende 2021 mindestens 1.500 unbefristete Stellen in Gesundheitsämtern zu schaffen. Viele Regionen können das Ziel übertreffen: Bundesweit werden 2.171 neue Stellen geschaffen. Außerdem gibt es zahlreiche befristete Stellen.

Nach einer Erhebung der Deutschen Presse-Agentur sind im Zuge der Corona-Pandemie mehr als 2.000 Stellen in den Gesundheitsbehörden und anderen Bereichen des öffentlichen Gesundheitsdienstes der Länder entstanden. Damit haben die Länder die am 31. Dezember 2021 vereinbarten Ziele zur Schaffung von Arbeitsplätzen aus dem sogenannten Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst übertroffen. Für die Befragung lagen Rückmeldungen der zuständigen Ministerien und Verwaltungen aus 14 der 16 Länder vor. Dort wurden insgesamt 2171 neue Stellen geschaffen.

Wegen der Corona-Pandemie haben Bund und Länder den Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst 2020 beschlossen – mit dem Ziel, das Personal vor allem in den rund 400 Gesundheitsämtern in Deutschland aufzustocken. Seit Beginn der Pandemie stehen sie durch Contact Tracing, Ermittlung von Infektionszahlen und Überwachung des Schutzbedarfs unter Dauerbelastung. Der Pakt sieht auch eine Modernisierung und bessere Vernetzung der Verwaltung vor. Die Bundesregierung stellt für das Programm bis 2026 vier Milliarden Euro bereit.

Zum Gesundheitsdienst gehören neben den örtlichen Gesundheitsämtern auch Landesbehörden und andere Stellen, die Familienberatung anbieten oder für die Trinkwasserüberwachung zuständig sind. Nach früheren Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung sind dort rund 17.000 Menschen beschäftigt.

In einem ersten Schritt sollen die Bundesländer vom 1. Februar 2020 bis zum 31. Dezember 2021 mindestens 1.500 neue unbefristete Vollzeitstellen im öffentlichen Gesundheitsdienst schaffen. Bis Ende 2022 sollen weitere 3.500 Stellen hinzukommen. Mehrere Bundesländer gaben nun an, schneller vorangekommen zu sein als angegeben. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen lautete das Ziel laut Gesundheitsministerium 323 neue Stellen bis Ende 2021, 469 wurden geschaffen. Das Gesundheitsministerium Baden-Württemberg meldet, dass die Auflagen für die erste Tranche des Paktes „übererfüllt“ seien. Statt 200 wurden 264 Stellen geschaffen.

Gesundheitsminister Klaus Holetschek erklärte vor wenigen Tagen, dass es bis Jahresende mindestens 237 neue Vollzeitstellen in Bayern geben soll. „Tatsächlich wurden bis Jahresende 403 neue und unbefristete Vollzeitstellen in der bayerischen Gesundheitsverwaltung geschaffen und besetzt, davon allein 258 in den Landes- und Kommunalgesundheitsämtern“, sagte er. Und aus dem Norden heißt es, Schleswig-Holstein habe mit 101 neuen Arbeitsplätzen sein Ziel aus dem Pakt fast verdoppelt. Auch Niedersachsen meldet, man liege „deutlich über den Planzahlen“.

In einigen Ländern wird auch darauf hingewiesen, dass neben den zusätzlichen Festanstellungen je nach Pandemiesituation auch weiteres Personal befristet eingesetzt wird. In Bayern, das besonders von der vierten Corona-Welle betroffen war, gab es nach Angaben einer Sprecherin des Gesundheitsministeriums mehr als 5400 Beschäftigte. Hamburg meldet rund 900 zusätzliche Zeitarbeitsplätze im vergangenen Jahr. Auch in den Gesundheitsämtern hilft die Bundeswehr immer wieder aus.

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