Samstag, Mai 21, 2022
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Mehr Corona-Tote in Nordkorea

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Machthaber Kim spricht von einer Katastrophe: Das Coronavirus scheint sich in Nordkorea rasant auszubreiten. 21 weitere Todesfälle wurden gemeldet – es wurde jedoch nicht bestätigt, ob sie mit dem Virus in Zusammenhang standen.

Nordkorea hat schon lange keine Corona-Fälle mehr gemeldet. Nun sorgt ein möglicher massiver Ausbruch für Unruhe. Das isolierte Land verzeichnete inzwischen 21 weitere Todesfälle und mehr als 170.000 Infektionen mit Fiebersymptomen, berichteten staatliche Medien. Zur Zahl der Fälle, in denen eine Infektion mit dem Coronavirus bestätigt wurde, äußerten sie sich jedoch nicht.

Bei einer Dringlichkeitssitzung der regierenden Arbeiterpartei bezeichnete der nordkoreanische Führer Kim Jong Un die Ausbreitung von Covid-19 als „große Katastrophe“ und „historischen Umbruch“. Er forderte die Einheit zwischen Regierung und Volk, um den Ausbruch so schnell wie möglich unter Kontrolle zu bringen. „Wenn wir den Fokus bei der Umsetzung der Epidemiepolitik nicht verlieren und eine starke Organisationsmacht und Kontrolle auf der Grundlage der Einheit von Partei und Volk aufrechterhalten, können wir die Krise überwinden“, wurde Kim von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA zitiert.

Laut KCNA sind seit Ende April insgesamt 27 Menschen gestorben, das Coronavirus wurde aber nur bei einem der Opfer offiziell nachgewiesen. Auf dem Parteitreffen wiesen Beamte der Seuchenkontrolle Berichten zufolge darauf hin, dass die Mehrheit der Verstorbenen offenbar an einer Überdosis Drogen gestorben sei, „aufgrund mangelnder Kenntnisse über Behandlungsmethoden“, sagte die Agentur.

Laut KCNA haben seit Ende April etwa 524.440 Nordkoreaner Anzeichen von Fieber gezeigt. Derzeit werden mehr als 280.000 Menschen aus diesem Grund medizinisch behandelt. Angesichts der begrenzten Testmöglichkeiten in Nordkorea gehen Experten davon aus, dass die veröffentlichten Zahlen nur einen kleinen Teil der Gesamtinfektionen darstellen. Soweit bekannt, ist die Bevölkerung in Nordkorea nicht gegen das Coronavirus geimpft.

Am Donnerstag bestätigte Machthaber Kim den Corona-Ausbruch und rief den Ausnahmezustand aus. Laut KCNA wurde in der Hauptstadt Pjöngjang eine Untervariante des hochansteckenden Omicron-Erregers entdeckt. Kim ordnete einen landesweiten Lockdown an.

Nun erklärte er, dass die Gesundheitsbehörden von den Erfahrungen anderer Länder wie China lernen müssten. Kim bot auch an, Medikamente aus seinem privaten Depot an bedürftige Familien zu spenden.

Die Entwicklung könnte in dem Land mit rund 26 Millionen Einwohnern zu einer Krise führen. Dem verarmten Nordkorea mangelt es an medizinischen Ressourcen. Es besteht die Gefahr, dass der Ausbruch die ohnehin schwierige Ernährungs- und Wirtschaftslage verschärft.

Südkorea kündigte an, Impfstoffe und andere medizinische Hilfe nach Nordkorea zu schicken. Das Land hat noch nicht um Auslandshilfe gebeten. Beobachtern zufolge könnte die Ankündigung des Ausbruchs ein Hinweis darauf sein, dass die Regierung bald Unterstützung annehmen wird.



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