Freitag, August 12, 2022
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Mehr Gegenwind für Autobauer: BMW senkt Prognose

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Der Autokonzern BMW hat seine Auslieferungsziele gekürzt. Doch nicht nur die Münchner leiden unter dem eingetrübten wirtschaftlichen Umfeld. Die zweite Jahreshälfte dürfte für die Automobilindustrie eine große Herausforderung werden.

Der Autobauer BMW stellt sich nach einem Absatzplus im zweiten Quartal auf Gegenwind ein. Die Münchner werden vorsichtiger bei ihren Umsatzzielen. Für das laufende Jahr wird nun mit einem Pkw-Absatz „leicht unter“ dem Vorjahresniveau von 2,5 Millionen Pkw gerechnet, wie das DAX-Unternehmen heute mitteilte. Bei BMW bedeutet das einen Rückgang zwischen einem und fünf Prozent. Bisher hatte Vorstandschef Oliver Zipse das Vorjahresniveau angestrebt.

Die BMW Aktie wird dann im Frankfurter Handel weitergegeben. Mit einem Minus von mehr als fünf Prozent gehört er zu den größten Verlierern im DAX. Seit Jahresbeginn hat er bereits rund 16 Prozent an Wert verloren, etwa so viel wie der deutsche Leitindex.

Als Grund für die nach unten korrigierte Prognose nannte BMW das schwierige Umfeld mit Lieferengpässen. Auch in der zweiten Jahreshälfte dürften die Geschäftsbedingungen schwierig bleiben.

„Inflation und Zinserhöhungen, die das gesamtwirtschaftliche Umfeld auch in den kommenden Monaten prägen werden, wirken sich auf die Nachfrage aus. Dementsprechend ist gegen Ende des Jahres mit einer Normalisierung des überdurchschnittlich hohen Auftragsbestands – insbesondere in Europa – zu rechnen das Jahr.“

Auch das Münchener ifo-Institut zeichnet ein düsteres Bild für die Automobilindustrie: Die Geschäftslage der deutschen Automobilhersteller hat sich zu Beginn der zweiten Jahreshälfte verschlechtert. Das entsprechende Barometer fiel im Juli um 1,9 auf 20,5 Punkte, wie das Institut heute in seiner monatlichen Unternehmensumfrage mitteilte.

Die Preiserwartungen der Hersteller sanken von 73,1 Punkten im Juni auf 38,6 Punkte im Juli. „Die Möglichkeiten der Autohersteller, steigende Materialkosten an die Verbraucher weiterzugeben, scheinen an eine Grenze gestoßen zu sein“, sagte Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Betriebsorganisation und neue Technologien.

Gleichzeitig hat sich der Auftragsbestand der Automobilhersteller verringert. Auch die Hersteller haben ihre Produktion zurückgefahren. „Sorgen über eine mögliche Gasknappheit und die weiterhin pandemiegeschwächte chinesische Wirtschaft als wichtiger Auslandsmarkt beeinträchtigen das künftige Geschäft der Autohersteller“, sagte Falck. Entsprechend deutlich war der Rückgang der Geschäftserwartungen von plus 10,1 Punkten auf minus 6,5 im Juli.

Laut der Unternehmensberatung PwC haben Produktionsengpässe, Lieferkettenprobleme und Lockdowns in China mittlerweile auch den Absatz von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) weltweit gebremst. Die Neuzulassungen von E-Autos in 14 ausgewählten Märkten stiegen im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 108 Prozent, im zweiten Quartal nur noch um 62 Prozent. „In Europa werden in diesem Jahr nur knapp 1,5 Millionen BEV produziert – bei maximaler Kapazität und ohne Engpässe könnten es mehr als doppelt so viele sein“, sagte PwC-Branchenexperte Felix Kuhnert.

„Die Elektromobilität wappnet sich gegen einen strauchelnden Gesamtmarkt“, sagte Kuhnert. Von Lieferengpässen als wirtschaftliche Folge des Krieges in der Ukraine waren insbesondere deutsche Automobilhersteller betroffen. Die Auswahl an Modellen war begrenzt, die Lieferzeiten lang. Auf dem Weltmarkt sank der BEV-Marktanteil deutscher Hersteller von 14 auf elf Prozent.

Allerdings sehen die Branchenexperten nun „erste Anzeichen einer Entspannung der Lieferengpässe“ und rechnen mit mehr Produktionskapazitäten für Elektroautos bei stärkerem Wachstum in der zweiten Jahreshälfte. In Deutschland erwarten sie eine stetig steigende Nachfrage, die durch die Kürzung staatlicher Subventionen nicht stark gebremst werden sollte.



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Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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