Samstag, September 24, 2022
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Melnyk wehrt sich gegen die Ausweisung "Welches Bier muss man trinken?"

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Der ukrainische Botschafter Andriy Melnyk wird nicht mehr lange im Amt sein – doch liefert er sich nun ein verbales Geplänkel mit dem sächsischen CDU-Mann Jens Lehmann. Er hatte Melnyks undiplomatische Wortwahl bemängelt. Und jetzt ist er selbst das Ziel.

Der Diplomat reagierte empört auf die Forderung des Leipziger CDU-Bundestagsabgeordneten Jens Lehmann nach Ausweisung des ukrainischen Botschafters Andriy Melnyk und forderte vom CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz ein Machtwort. „Dass Sie einen Botschafter aus einem befreundeten Land ausweisen wollen, das Opfer eines bestialischen Vernichtungskrieges geworden ist und verblutet, nur weil er Klartext spricht, ist ein beispielloses Durcheinander“, sagte Melnyk der „Bild“-Zeitung.

Lehmann hatte die Ausweisung des scheidenden Botschafters gefordert, nachdem dieser den sächsischen CDU-Ministerpräsidenten Michael Kretschmer zu einem Besuch in der Ukraine am Wochenende eingeladen hatte. „Ich habe es satt, dass Botschafter Melnyk ständig über Deutschland schimpft, Politiker nicht einlädt und manchmal beleidigt. Der Kamelrücken ist übergelaufen!“ Lehmann schrieb am Montag auf Instagram. „Andriy Melnyk sollte ausgewiesen werden und daher schnell zur unerwünschten Person erklärt werden, damit er Deutschland schnell verlassen kann.“

Die Ukraine leistet seit mehr als sechs Monaten Widerstand gegen die russische Invasion und versucht, von Russland eroberte Gebiete zurückzuerobern. Lehmann schrieb, er glaube, dass Deutschland viel für die Ukraine tue – sei es humanitäre, wirtschaftliche oder militärische Hilfe. „Das sollte auch Botschafter Melnyk anerkennen, anstatt sich von einem Ministerpräsidenten beleidigen zu lassen, der den Krieg und seinen Ausgang differenziert sieht.“ Denn nach sechs Monaten Krieg muss man auch darüber reden können, wie und in welcher Form dieser enden könnte.

Auf diese Forderung antwortete Melnyk wie gewohnt mit undiplomatischen Worten: „Was für ein Bier muss man getrunken haben, um sich über die barbarische Aggression Russlands zu empören, dass der letzte Strohhalm übergelaufen ist?“ Als Botschafter ist Melnyk in Deutschland umstritten, weil er in diplomatischen Kreisen nicht immer auf die Gepflogenheiten achtete und mit teils harschen Worten für Waffenlieferungen in die Ukraine wirbt. Inzwischen wurde Melnyk zurückgerufen. Er wird Deutschland im Oktober verlassen und eine neue Stelle im Außenministerium in Kiew antreten.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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