Mittwoch, Oktober 20, 2021
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Menschen werden evakuiert Lava auf La Palma bedroht Hunderte Häuser

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Die Menschen auf der Kanareninsel La Palma können erst aufatmen, wenn am Mittag eine Ausgangsbeschränkung aufgehoben wird. In derselben Region droht die Lavawalze Hunderte von Häusern unter sich zu begraben. Die Menschen müssen ihre Häuser in Eile verlassen. Es ist unklar, ob sie jemals zurückkehren werden.

Die Lage auf der Vulkaninsel La Palma hat sich wieder zugespitzt. Zwischen 700 und 800 Menschen seien aufgefordert worden, wegen herannahender Lava ihre Häuser mit Haustieren und deren Habseligkeiten zu verlassen und zu einem Treffpunkt zu kommen, berichtete der staatliche Fernsehsender RTVE unter Berufung auf das Notfallkomitee von Pevolca. Dafür hätten sie bis zum Abend Zeit. Soweit es die Entwicklung zulasse, könnten die Betroffenen in den folgenden Tagen auch in Begleitung von Sicherheitspersonal zurückkehren, um weitere Habseligkeiten zu retten, schrieb Pevolca auf Twitter.

Seit dem Ausbruch des Vulkans in der Cumbre Vieja vor drei Wochen mussten rund 6.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Sie wohnten bei Verwandten in anderen Teilen der Insel oder in Hotels. Viele von ihnen werden nie wieder zurückkehren können. Ihre Häuser wurden verbrannt und von der bis zu 1200 Grad Celsius heißen Lava begraben. Auch ein Wiederaufbau vor Ort ist jahrzehntelang nicht möglich. Nur wenige Stunden bevor die Evakuierung angeordnet wurde, war im selben Gebiet nahe dem Gewerbegebiet Callejón de la Gata eine Ausgangsbeschränkung aufgehoben worden. Diese war am Vortag vorsorglich wegen potenziell giftiger Dämpfe verhängt worden, weil die bis zu 1200 Grad Celsius heiße Lava mehrere Anlagen in Brand gesetzt hatte, darunter ein Zementwerk. Allerdings seien am Dienstag keine Giftstoffe in der Luft gemessen worden, sagte Pevolca.

Der Vulkan in Cumbre Vieja, der keinen offiziellen Namen hat, brach am 19. September zum ersten Mal seit 50 Jahren aus. In den vergangenen Tagen hatte der Ausbruch an Intensität zugenommen. Auf ihrem Weg bergab Richtung Meer wurde die Lava heißer und damit dünner und schneller. Immer wieder gab es starke Explosionen, Magma wurde in die Luft geschleudert, Rauch stieg kilometerweit auf. Bislang wurden bis zu 1000 Gebäude zerstört und die Landwirtschaft, insbesondere Bananenplantagen, und die Infrastruktur stark beschädigt.

Der bis zu 1200 Grad Celsius heiße Hauptstrom der Lava ergießt sich seit fast zwei Wochen in den Atlantik und bildet dort eine neue Landzunge. Inzwischen haben sich zwei Nebenflüsse gebildet, der nördliche rollte zerstörerisch durch das Industriegebiet und bedroht nun ein Wohngebiet, der südliche war nur 300 Meter von der Küste entfernt. Viele kleine bis mittelgroße Erdbeben erschütterten auch die Kanareninsel vor der Westküste Afrikas. Seit Montagmorgen sind es rund 120 mit Stärken bis 4,1, wie der staatliche TV-Sender RTVE berichtet.

Nach Angaben des Betreibers Aena war der Flughafen der Insel in Betrieb. Im Internet wurden Flüge der Fluggesellschaften Binter und Canaryfly zur bekannteren und größeren Nachbarinsel Teneriffa angekündigt. Aber auch zwei Flüge anderer Unternehmen aus Hamburg und Berlin wurden als gestrichen ausgewiesen, ebenso wie eine Verbindung in die spanische Hauptstadt Madrid. Der Flugverkehr zu den anderen großen Touristeninseln der Kanarischen Inseln, Teneriffa, Fuerteventura, Gran Canaria oder Lanzarote verlief hingegen normal.

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