Mittwoch, Oktober 20, 2021
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Merkel in Israel "Ein echter Freund" Bei ihrem letzten offiziellen Besuch in Israel wurde die Bundeskanzlerin herzlich empfangen. Mit Blick auf ihre Nachfolger setzen ihre Gastgeber auf Kontinuität – und erwarten gleichzeitig neue Akzente. Von Tim Assmann.

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Bei ihrem letzten offiziellen Besuch in Israel wurde die Bundeskanzlerin herzlich empfangen. Mit Blick auf ihre Nachfolger setzen ihre Gastgeber auf Kontinuität – und erwarten gleichzeitig neue Akzente.

Es wird nicht das letzte Mal hier sein. So musste man Angela Merkel verstehen, als sie die Ehrendoktorwürde der Technion-Universität Haifa entgegennahm. Sie versprach, eines Tages nach Haifa zu kommen und mit den Schülern zu sprechen. Als Bundeskanzlerin wird es Merkels letzte Reise nach Israel sein. Die Entwicklung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern war ihr schon immer wichtig. Merkel nutzte die Auszeichnung der Universität Haifa zur Erinnerung.

Diese Verantwortung hatte Merkel bereits bekundet, als sie zum letzten Mal als Kanzlerin einen Eintrag in das Gästebuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem machte. Naftali Bennett stand an ihrer Seite. Israels national-religiöser Ministerpräsident, erst seit Frühsommer im Amt, nahm sich viel Zeit für Merkels Besuch. Bennett nannte die Bundeskanzlerin eine gute Freundin seines Landes und dankte ihr für ihre Bemühungen um die Förderung der deutsch-israelischen Beziehungen.

An die Rede von Angela Merkel im Jahr 2008, in der sie Israels Sicherheit zur deutschen Daseinsberechtigung erklärte, wurde immer wieder in Erinnerung gerufen. Die Kanzlerin selbst bekräftigte: Was damals galt, gilt nach wie vor: „Ich habe es persönlich immer zu einem zentralen Punkt gemacht: Deutschland ist in Fragen der israelischen Sicherheit nicht neutral, aber die Sicherheit Israels gehört zu unserer Daseinsberechtigung und dementsprechend wir auch handeln müssen, auch wenn wir zu unterschiedlichen Einzelfragen unterschiedliche Meinungen haben.“

Die Sicherheit Israels werde auch für künftige Bundesregierungen von zentraler Bedeutung sein, versprach der scheidende Bundeskanzler. Shimon Stein, ehemaliger israelischer Botschafter in Deutschland, glaubt, dass dieses Engagement nur so eng mit Merkel verbunden bleiben wird.

„Keine Kanzlerin vor und keine Kanzlerin nach ihr wird das zum Ausdruck bringen, wie sie es formuliert hat, und deshalb glaube ich: Ja, sie ist ein echter Freund des Staates Israel.“

Wie werden sich die deutsch-israelischen Beziehungen jetzt entwickeln? Zum Beispiel unter einer Ampelkoalition? Shimon Stein glaubt an Kontinuität. Er erwartet keine großen Veränderungen, allenfalls neue Akzente. „Es geht, glaube ich, weniger um Olaf Scholz als künftigen potentiellen Kanzler als um die Grünen. Bei den Grünen meine ich, Menschenrechte sowie Waffenlieferungen spielen eine größere Rolle, als sie es für diese jetzige Regierung gespielt haben.“

Im Mittelpunkt des letzten Besuchstages der Kanzlerin steht die Sicherheitspolitik. Angela Merkel trifft Experten des Instituts für Nationale Sicherheitsstudien. Wahrscheinliches Hauptthema: Der Streit um das iranische Atomprogramm und das iranische Einflussstreben in der Region.

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