Mittwoch, Mai 18, 2022
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Messerattacke in einem Regionalzug, der Täter kommt nach einem Amoklauf in eine Psychiatrie

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Am Freitagmorgen zog ein Mann in einem Zug bei Aachen plötzlich ein Messer und stach wahllos auf Fahrgäste ein, wobei mehrere Menschen verletzt wurden. Die Staatsanwaltschaft sieht keine Anhaltspunkte für einen terroristischen Hintergrund. Sie steckt den Iraker in eine psychiatrische Klinik.

Nach der Tötung eines 31-Jährigen in einem Regionalexpress in Nordrhein-Westfalen wurde der Mann in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. Die Staatsanwaltschaft Aachen teilte mit, dass in drei Fällen wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung und des versuchten heimtückischen Mordes ermittelt werde. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist es sehr wahrscheinlich, dass der Tatverdächtige unter einer psychotischen Episode litt.

Der 31-Jährige, der im Irak geboren wurde und 2015 als Flüchtling nach Deutschland kam, ist den Behörden kein Unbekannter. Laut einem Hinweis aus dem Flüchtlingsheim, in dem er damals lebte, wurde in seinem Fall 2017 ein „Islamismus-Prüffall“ erstellt. In der Einrichtung sei aufgefallen, dass er sich zunehmend isoliert habe und plötzlich einen langen Bart habe. laut Sicherheitskreisen. Allerdings bestätigte sich der Verdacht damals nicht. Als anerkannter Flüchtling hat der Mann eine befristete Aufenthaltserlaubnis, hieß es. Nach der Tat am Freitag gebe es keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund oder eine religiöse Radikalisierung des Tatverdächtigen, betonte die Staatsanwaltschaft.

In der Nahverkehrsbahn von Düsseldorf nach Aachen sei der Mann am Freitag kurz nach Weiterfahrt des Zuges in Herzogenrath gegen 7.40 Uhr plötzlich aufgesprungen und habe versucht, die Tür zu öffnen, berichtete die Staatsanwaltschaft. Als dies nicht möglich war, schlug er einem Mitreisenden ins Gesicht und zog dann ein Küchenmesser. Zunächst stocherte er ziellos und dann gezielt auf mehrere Mitreisende ein.

Es sei „ein grausamer Akt, der durch einen enormen Mutakt gestoppt werden konnte“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul. Ein zufällig im Zug befindlicher 60-jähriger Bundespolizist, der auf dem Weg zu seiner Dienststelle war, habe den Mann überwältigt und festgenommen, teilte die Kölner Polizei mit. Die Opfer erlitten Platzwunden, eines eine Stichwunde. Vier Reisende wurden in ein Krankenhaus gebracht, ihr Leben sei nicht in Gefahr. Im Zug befanden sich etwa 270 Fahrgäste.

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