Dienstag, August 16, 2022
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Militärmanöver-Update nach Pelosi-Trip China feuert Raketen in der Nähe von Taiwan ab

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Pelosis Besuch in Taiwan löst groß angelegte Militärmanöver Chinas aus. Erklärtes Ziel ist es, die Blockade der demokratischen Republik zu simulieren. Auch die Landung auf dem Territorium der Insel sollte geübt werden.

Die chinesischen Manöver um die demokratisch regierte Inselrepublik Taiwan haben mit Schießübungen begonnen. Das östliche Militärkommando der PLA berichtet, dass in der Straße von Taiwan, die Taiwan vom Festland und im Osten der Insel trennt, Langstreckenraketen abgefeuert wurden. Das Staatsfernsehen berichtet, dass es auch im Osten „Präzisionsstreiks“ als Übung gegeben habe.

Insgesamt hat China nach dem Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosis in Taiwan sechs Manövergebiete rund um die Insel ausgewiesen. Taiwans Verteidigungsministerium sagte in der Hauptstadt Taipei, dass die nationalen Streitkräfte in Kampfbereitschaft seien und alle sechs Gebiete und vorgelagerten Inseln überwachen. Der stellvertretende Stabschef des Eastern Command, Gu Zhong, sagte, eine Blockade der Insel, Seeangriffe, Landungen und Luftraumkontrolle sollten praktiziert werden.

China reagiert damit auf einen Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi am Dienstag und Mittwoch in Taiwan. Der Besuch der Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, die am Donnerstag ihre Asienreise in Südkorea fortsetzte, hatte die Spannungen rund um Taiwan angeheizt. Es war der ranghöchste Besuch aus den Vereinigten Staaten seit einem Vierteljahrhundert.

Peking reagierte empört, weil es die Insel für sich beansprucht. Die kommunistische Führung sieht Taiwan nur als Teil der Volksrepublik. Offizielle Kontakte anderer Länder nach Taipeh lehnt Peking strikt ab und hatte vehement vor dem Besuch gewarnt. Taiwan hingegen betrachtet sich seit langem als unabhängig.

Die Manöver seien größer als in der „Raketenkrise“ von 1995 und 1996, als China auch Raketen nach Norden und Süden über Taiwans Hoheitsgewässer schickte, um einzuschüchtern, sagten chinesische Militärexperten. Schon damals wollte Peking die Unabhängigkeitsbefürworter in Taiwan abschrecken, indem es die Spannungen anheizte. Damals hatten die Vereinigten Staaten zwei Flugzeugträger entsandt.

Die frühe Ankündigung am Dienstagabend – unmittelbar nach Pelosis Ankunft in Taiwan – soll nach chinesischen Angaben zivilen Schiffen und Fluggesellschaften genügend Zeit geben, die Manövriergebiete zu verlassen oder Flugrouten zu ändern.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hat bei ihrem Besuch in Kanada zur Deeskalation aufgerufen. Besuche wie der Pelosi in Taiwan „dürfen nicht als Vorwand für militärische Drohungen dienen“. Eine Änderung des Status quo in Taiwan „kann nur friedlich und im gegenseitigen Einvernehmen aller Beteiligten erfolgen“.

Eine größere Konfrontation könnte die USA militärisch in den Konflikt hineinziehen. Experten warnten in der aktuellen Lage vor gefährlichen Zwischenfällen durch Fehleinschätzungen der Streitkräfte auf beiden Seiten. Die Vereinigten Staaten haben sich der Verteidigungsfähigkeit Taiwans verschrieben, was bisher vor allem die Lieferung von Waffen bedeutete. US-Präsident Joe Biden hat jedoch wiederholt gesagt, die USA seien verpflichtet, Taiwan im Falle eines chinesischen Angriffs zu verteidigen.

Bei ihrem Treffen mit Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen am Vortag hat auch US-Führerin Pelosi US-Unterstützung zugesagt. „Wir bleiben standhaft in unserem Engagement für die Verteidigung der Demokratie auf der ganzen Welt und in Taiwan.“ Der Besuch ihrer Kongressdelegation zeige, „dass wir unsere Verpflichtungen gegenüber Taiwan nicht aufgeben werden“.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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