Sonntag, Januar 29, 2023
StartNACHRICHTENMilliardenkosten für den gefallenen Putin muss sein Kanonenfutter teuer bezahlen

Milliardenkosten für den gefallenen Putin muss sein Kanonenfutter teuer bezahlen

- Anzeige -


Bei dem Angriff auf die Ukraine sollen 100.000 russische Soldaten getötet worden sein. Russland will offenbar noch einmal ebenso viele opfern, um Zeit für eine neue Großoffensive zu gewinnen. Ein unmenschlicher, aber auch teurer Plan, wenn er wahr werden sollte.

Der Kreml bestreitet, dass eine weitere Mobilisierungswelle geplant ist, aber die Ukraine ist überzeugt: Russland wird im Januar seine Grenzen schließen und zum zweiten Mal innerhalb von nur vier Monaten Zehntausende Männer für den Dienst an der Todesfront einberufen – diesmal hauptsächlich Männer Der ukrainische Verteidigungsminister Oleksiy Resnikov hatte bereits im Dezember prognostiziert, in die bisher vom Krieg weitgehend verschonten Großstädte zu ziehen.

Aber Russland hat seine Grenzen noch nicht geschlossen. Es gibt auch keine Berichte über Armeevertreter, die in Moskau, St. Petersburg, Nowosibirsk oder Jekaterinburg an Türen klopfen. Aus militärischer Sicht wäre jedoch eine weitere Mobilisierung verständlich: Allein im Donbass toben seit einem halben Jahr heftige Kämpfe um die Kleinstadt Bakhmut mit Tausenden Toten.

Auf russischer Seite sollen seit einiger Zeit Kämpfer der Söldnergruppe Wagner die Fäden in der Hand halten verfolgen eine menschenverachtende Strategie: Sie sollen Welle um Welle Soldaten als Kanonenfutter auf die ukrainischen Verteidigungsstellungen werfen – ohne Schutz und Deckung vor dem tödlichen Artilleriefeuer, das seit Monaten den Kampf in der Region beherrscht.

Moskau setzt auf die eigene Truppenstärke: Die ukrainischen Stellungen werden überrannt – oder die eigenen Kämpfer sterben, aber immerhin haben sie die Ukraine wertvolle Munition gekostet. Eine Strategie, die auch als menschlicher Fleischwolf bekannt ist. Es spielt keine Rolle, ob er Gefangene oder junge Rekruten ernährt.

Doch diese Strategie hat einen menschlichen, aber auch einen wirtschaftlichen Preis: Wer an die Front muss, geht nicht mehr zur Arbeit. Niemand flieht vor der Operation. Und wenn Sie im Kampf sterben, schon gar nicht – im Gegenteil, gefallene Soldaten verursachen zusätzliche Kosten.

Für jeden Soldaten, der verwundet wird oder im Kampf stirbt, muss Russland seinen Familien eine Entschädigung zahlen. Wird ein Soldat verwundet, erhalten die Familien gut 80.000 Euro. Fällt er im Fronteinsatz, sind es 164.000 Euro. Mit Zehntausenden Toten erschüttert das nicht nur die russische Bevölkerungsstruktur, sondern auch den russischen Haushalt.

Das ist ein großes Fragezeichen für Ökonomen. Beispielsweise wurden die Militärausgaben im vergangenen Jahr um ein Drittel auf umgerechnet 76 Milliarden Dollar erhöht, um den Krieg gegen die Ukraine zu bezahlen und zu gewinnen. In diesem Jahr liegt das Budget – Stand jetzt – 43 Prozent über dem eigentlichen Plan. Insgesamt rechnet der Kreml damit, von 2022 bis 2025 mindestens 110 Milliarden Dollar mehr für sein Militär auszugeben.

Gleichzeitig soll das Defizit in diesem Jahr nur noch zwei Prozent betragen. Denn Russland geht davon aus, weiterhin hohe Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft zu erzielen. Bei Erdgas ist das aber unwahrscheinlich, weil es – vereinfacht gesagt – keine Pipelines für Lieferungen nach China gibt. Und wenn es um Öl geht, ist der Preis der russischen Uralsorte stark gesunken. Derzeit liegt er bei 58 $. Im Budget kalkuliert Russland allerdings einen Preis von 70 Dollar – weit mehr, als heute gezahlt wird.

Aber Öl und Gas sind für 40 Prozent der Staatseinnahmen verantwortlich. Das unabhängige russische Exilmedium The Bell berichtet, dass diese Probleme bereits weitere 15 Milliarden US-Dollar aus dem russischen Haushalt ziehen. Die Entschädigung für gefallene Soldaten könnte sie erheblich erhöhen.

Das scheint unausweichlich, weil Moskau wohl nur mit weiterer Mobilisierung eine neue Großoffensive angehen kann, davon sind Militärexperten überzeugt. Die Schadens- und Entschädigungskosten dürften daher weiter steigen.

Im vergangenen Jahr hatte Russland vor dem Angriff rund 150.000 Soldaten an der Grenze zur Ukraine versammelt. Bis zum Sommer waren die Verluste so groß, dass Russlands Präsident Putin am 21. September eine sogenannte Teilmobilmachung ankündigen musste. In den folgenden Monaten sollen 300.000 Reservisten und Freiwillige für den Einsatz ausgebildet worden sein, rund 700.000 Mann seien geflüchtet . Seit Ende November kursieren Meldungen über eine zweite Mobilmachung, mit Gerüchten, weitere 500.000 bis 700.000 Russen könnten zum Wehrdienst eingezogen werden. Wie viele von ihnen es zurück schaffen werden, lässt sich nur erahnen.

Im Dezember sprach die Ukraine davon, dass bereits 100.000 Russen im Krieg getötet worden seien. Nach Angaben der USA wurden 100.000 Russen getötet oder verwundet. Das investigative russische Online-Magazin „Important Stories“ berichtet, Russland wolle bis zum Frühjahr weitere 100.000 Reservisten als Kanonenfutter opfern, um Zeit für die neue Großoffensive zu gewinnen.

Ein beunruhigender, aber nicht weit hergeholter Plan: Die russischen Journalisten berufen sich auf Informanten des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB und des russischen Generalstabs. Erst vergangene Woche berichtete die unabhängige Nachrichtenagentur Agentstvo, Russland selbst schicke schwer verletzte Soldaten ohne Rücksprache mit Ärzten zurück an die Front und vermutlich in den sicheren Tod.

Wenn die Berichte stimmen, hätte Wladimir Putin mindestens 200.000 russische Männer auf dem Gewissen, denen jeweils 164.000 Euro Entschädigung zustehen – und die der Kreml mit hoher Wahrscheinlichkeit zahlen wird: Die Bevölkerung muss befriedet werden. Aber dann muss Russland die enorme Summe von 32,9 Milliarden Euro aufbringen. Das ist etwa die Hälfte der gesamten Militärausgaben Russlands (76 Milliarden Dollar) des vergangenen Jahres oder 2 Prozent der russischen Wirtschaftsleistung. Das Leben hat keinen Preis für Putin. Der Tod dagegen schon.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare