Sonntag, Oktober 17, 2021
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Mindestens 43 Tote bei Angriff auf Moschee in Kunduz

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Bisher hat das noch niemand gestanden. In den vergangenen Tagen hatte es in Afghanistan wiederholt Selbstmordattentate gegeben.

Bei einem Angriff auf eine Moschee in der nordafghanischen Stadt Kunduz sind mindestens 43 Menschen getötet worden. Mindestens 143 Menschen seien verletzt worden, teilte die staatliche afghanische Nachrichtenagentur Bachtar mit. Der Angriff ereignete sich während des Freitagsgebets im Norden von Kundus, wie der britische Sender BBC berichtete. Bisher hat keine Gruppe die Tat zugegeben. Der Sprecher der militanten islamistischen Taliban hatte zuvor auf Twitter mitgeteilt, bei der Explosion seien „mehrere Menschen getötet und verletzt worden“. Taliban-Spezialeinheiten sind vor Ort und eine Untersuchung des Vorfalls hat begonnen.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) brachte mehrere Tote und Verletzte in ein von ihr betriebenes Krankenhaus, sagte ein Sprecher der Organisation. Weitere Opfer wurden in ein nahegelegenes Regionalkrankenhaus eingeliefert. Auf Videos, die in sozialen Medien geteilt werden, sind Dutzende von Toten und Verletzten zu sehen. Ein weiteres Video zeigt Männer und Frauen, die nach der angeblichen Explosion eine Straße entlangrennen und schreien. Die Schiiten sind eine Minderheit im Land. Während des Krieges in Afghanistan war die Bundeswehr in Kundus stationiert.

In den vergangenen Tagen hatte es in Afghanistan eine Zunahme von Selbstmordattentaten gegeben. In der Vergangenheit griffen vor allem die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) schiitische Ziele an. Die Angriffe des IS fanden jedoch hauptsächlich in der Hauptstadt Kabul und den östlichen Provinzen Nangarhar und Kunar statt.

Zuletzt hatte der IS unter anderem Ende August während der noch laufenden internationalen militärischen Evakuierungsmission einen verheerenden Anschlag auf den Flughafen von Kabul mit knapp 200 Toten nach Medienberichten behauptet. Bei der Trauerfeier für die Mutter eines hochrangigen Taliban-Beamten in der Nähe von Kabul wurden am Sonntag mehrere Menschen getötet. Die Taliban-Regierung griff daraufhin mutmaßliche IS-Kämpfer an.

Laut Afghanistan-Experte Thomas Ruttig vom Think Tank Afghanistan Analysts Network bedeuten die Anschläge des IS nicht, dass die Gruppe stärker geworden ist. Nach dem Verlust seiner Stützpunkte in Ostafghanistan in den Jahren 2019 und 2020 lebten offenbar im Untergrund Überreste, die zu solchen Angriffen fähig waren. Die Taliban sind Feinde des IS und bekämpfen ihn seit seinem Auftauchen in Afghanistan Anfang 2015. Die Anschläge des IS zeigen laut Ruttig, dass die Taliban – wie die Vorgängerregierung – nicht in der Lage sind, den Terrorismus der Rivalen vollständig zu stoppen.

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