Samstag, Mai 14, 2022
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Minister nennt drei Bedingungen Habeck: Gasboykott könnte im Winter handhabbar sein

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Das Ziel ist klar: Deutschland will unabhängig von russischer Energie werden. Doch das braucht Zeit, gerade beim Erdgas. Damit ein vollständiges Gasembargo im Winter verkraftbar ist, müssen laut Wirtschaftsminister Habeck einige Voraussetzungen erfüllt sein.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hält es für möglich, dass Deutschland einen russischen Gasboykott schon im kommenden Winter verkraften könnte. „Wenn wir zum Jahreswechsel volle Lager haben, wenn zwei der vier von uns angemieteten schwimmenden LNG-Tanker bereits am Netz sind und wenn wir deutlich Energie sparen, kommen wir mit russischem Gas halbwegs über den Winter Lieferungen sind abgeschnitten“, sagte Habeck der „Wirtschaftswoche“.

Habeck plädierte erneut zum Energiesparen. „Weniger Verbrauch ist das A und O beim Gas.“ Wenn es gelingt, in den nächsten zwei Jahren in der Industrie und in den privaten Haushalten zehn Prozent einzusparen, so der Minister, „dann sind das die entscheidenden Prozentsätze, um nicht in eine Notlage zu geraten. Jeder sollte seinen Teil dazu beitragen. Mehr Effizienz ist.“ ein entscheidender Hebel gegen Putin“, sagte er.

Zwei der vier für Deutschland bestellten LNG-Schiffe ersetzen laut Habeck bereits fast ein Viertel der russischen Erdgasimporte. Trotz der Fortschritte warnte Habeck in einem Interview mit der „Wirtschaftswoche“ vor den wirtschaftlichen Risiken eines Gasstopps: „Auch unter den genannten Bedingungen wären die Gaspreise dann sicher sehr hoch und die Speicher am Ende leer Winter.“

Deutschland ist stark von russischem Gas abhängig. Forderungen zum Beispiel nach einem Gasembargo sind daher umstritten. Nach neuesten Angaben des Wirtschaftsministeriums ist die Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas seit Kriegsbeginn von 55 Prozent auf rund 35 Prozent gesunken. Demnach ist bis zum Sommer 2024 eine schrittweise Reduzierung auf zehn Prozent des Gasverbrauchs möglich.

Zuletzt sei der Zufluss von russischem Gas über die Ukraine zurückgegangen. Kiew kündigte am Dienstag an, wegen des Krieges den Gastransit durch die Region Luhansk nach Europa einzustellen. Der russische Energieriese Gazprom bestätigte, dass weniger Gas durch die Ukraine fließen werde.

Die Gasversorgungslage in Deutschland bleibt stabil, weshalb es laut Minister Habeck trotz des geringen Gasflusses über die Ukraine derzeit keinen Anlass gibt, die Frühwarnstufe des Gasnotfallplans anzuheben. Allerdings muss davon ausgegangen werden, dass der kriegsbedingte Stopp des russischen Gastransits über die Region Lugansk anhalten wird.

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