Donnerstag, Juni 23, 2022
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Ministerpräsident getötet: Belgien gibt Lumumbas Zahn an Kongo zurück

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Belgien hat einen Zahn des ermordeten kongolesischen Unabhängigkeitskämpfers Lumumba zurückgegeben. Angehörige nahmen an der privaten Übergabezeremonie teil. König Philippe empfing sie in seinem Palast.

Belgien hat die sterblichen Überreste des 1961 ermordeten kongolesischen Premierministers Patrice Lumumba an die Demokratische Republik Kongo überstellt. Eine Schachtel mit einem Lumumba-Zahn wurde der Familie bei einer Zeremonie in Brüssel überreicht.

Premierminister Alexander De Croo entschuldigte sich bei der Familie und sprach von der „moralischen Verantwortung“ seines Landes. De Croo betonte, dass es bis heute „keine Beweise“ dafür gebe, dass die belgische Regierung oder die Armee aktiv an der Ermordung von Lumumba in den frühen 1960er Jahren beteiligt waren.

Die Verantwortlichen in Belgien hätten die Tat vermutlich verhindern können. Neben Lumumbas Kindern nahm auch der kongolesische Premierminister Jean-Michel Sama Lukonde an der Zeremonie teil.

Vor knapp zwei Wochen drückte König Philipp von Belgien bei einem Besuch in der Demokratischen Republik Kongo sein „tiefes Bedauern“ über die Leiden der Kolonialzeit aus. Er empfing nun die Verwandten Lumumbas in seinem Palast.

Lumumba war der erste demokratisch gewählte Regierungschef der langjährigen belgischen Kolonie Kongo. Der erklärte Gegner der Kolonialherren wurde wenige Monate nach seiner Wahl ermordet. Laut Augenzeugen wurde sein Körper in Säure aufgelöst. Damit sollte offenbar verhindert werden, dass sein Grab zu einem Wallfahrtsort wird.

Bis heute ist unklar, inwieweit die USA und Belgien zum Mord an Lumumba beigetragen haben, der Verbindungen zu Kommunisten gehabt haben soll. Eine belgische parlamentarische Untersuchung kam zu dem Schluss, dass die Regierung moralisch für Lumumbas Tod verantwortlich ist. Laut einer Untersuchung des US-Senats von 1975 plante die CIA, Lumumba zu töten.

Belgische Behörden fanden den Zahn Jahrzehnte später, als sie Lumumbas Verschwinden untersuchten. Er soll nun in seine Heimat überstellt werden. Der Fall belastete die Beziehungen zwischen Brüssel und Kinshasa bis zuletzt.

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