Montag, Januar 30, 2023
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Missbrauchsfall um Ratzinger Erzdiözese München ist weit von Klägern entfernt

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Um den verstorbenen Papst Benedikt nicht in den Schatten zu stellen, tritt das Erzbistum München in einem Missbrauchsfall überraschend an den Kläger heran.

Überraschender Wendepunkt in einem auch der verstorbenen Papst Benedikt XVI. einschlägige Zivilverfahren auf Schadensersatz wegen sexuellen Missbrauchs: Das Erzbistum München und Freising kündigte an, sich nicht auf die Verjährung zu berufen und bereit zu sein, neben Schmerzensgeld auch Schmerzensgeld zu zahlen. Der Kläger ließ sich daraufhin von seinem Anwalt erklären, dass er nun zu einer außergerichtlichen Einigung bereit sei.

Der fragliche Fall ist einer der brisantesten Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche in Deutschland: Es geht um den pädophilen Priester Peter H., der vom Bistum Essen ins Erzbistum München gewechselt ist und in beiden Bistümern Kinder missbraucht hat. Er wurde zur Zeit von Erzbischof Joseph Ratzinger und später von Papst Benedikt in München aufgenommen, obwohl aus Essen Missbrauchshandlungen bekannt waren.

Die Vorwürfe sind strafrechtlich verjährt, weshalb eines der Missbrauchsopfer Ansprüche im Wege einer Zivilklage vor dem Landgericht Traunstein geltend machen will. Die Erzdiözese hat nun erklärt, dass sie die dort bereits laufenden Zivilverfahren zu Fragen der Haftung für die erlittenen Leiden von Missbrauchsopfern unterstützen werde. Die Klageerwiderung wurde fristgerecht eingereicht. Die Verjährung wird nicht geltend gemacht. Ein Sprecher des Bistums sagte zudem, das Erzbistum sei „bereit, eine angemessene Entschädigung für den Leidensweg des Klägers zu leisten und für darüber hinausgehende Schadensersatzansprüche eine angemessene Lösung zu finden“. Die Erzdiözese „bedauert zutiefst“ das Leid, das der Kläger und andere von Missbrauch Betroffene erlitten haben.

Der Anwalt des klagenden Missbrauchsopfers, Andreas Schulz, sprach gegenüber dem Forschungsverbund Correctiv von einem Erfolg. „Mit der heutigen Antwort des Erzbistums ist die Strategie des Klägers aufgegangen“, sagte Schulz, „auch weil der verstorbene Kardinal Ratzinger die Ikone der Klage war und ist.“ Nun steht der Kläger einer außergerichtlichen Einigung nicht entgegen.

Den Angaben zufolge hatte der pädophile Priester den Kläger in den 1990er Jahren gezwungen, im Pfarrhaus der bayerischen Gemeinde Garching an der Alz einen Pornofilm anzusehen.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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