Sonntag, Mai 15, 2022
StartNACHRICHTENMit 100 Prozent der Stimmen wurde Österreichs Bundeskanzler zum ÖVP-Chef gewählt

Mit 100 Prozent der Stimmen wurde Österreichs Bundeskanzler zum ÖVP-Chef gewählt

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Karl Nehammer ist sich der Unterstützung seiner Partei sicher, er bekommt die Stimmen aller Delegierten. Damit ist der österreichische Bundeskanzler auch Chef der konservativen ÖVP. Er soll ihr aus dem Umfragetief helfen – mit Rückenwind von seinem Vorgänger Kurz.

Auch in Österreich wurde Bundeskanzler Karl Nehammer gut fünf Monate nach seinem Amtsantritt Parteivorsitzender der konservativen ÖVP. Der 49-Jährige erzielte ein Top-Ergebnis von 100 Prozent Zustimmung von mehr als 520 Delegierten. Er war der einzige Kandidat und nahm die Wahl an. Die ÖVP regiert seit Anfang 2020 im Bündnis mit den Grünen. Die Umfragewerte der machtverwöhnten Partei sind stark gefallen, die Koalition gilt aber als stabil.

Auf dem Parteitag war auch Nehammers Vorgänger Sebastian Kurz, der im Oktober 2021 unter starkem Druck als Kanzler zurückgetreten war. Gegen ihn und andere wird wegen Korruptionsverdachts ermittelt. Kurz bezeichnete Nehammer als jemanden, „der in jeder Aufgabe 100 Prozent gibt“. Ratschläge gebe er aber nicht, sagte Kurz. Er hat sich komplett aus der Politik zurückgezogen und arbeitet nun für den US-Investor und Milliardär Peter Thiel, der US-Ex-Präsident Donald Trump nahesteht.

Zuletzt war Nehammer wegen seines Überraschungsbesuchs beim russischen Präsidenten Wladimir Putin in den internationalen Schlagzeilen. Das Treffen verlief ohne konkretes Ergebnis. Vor seinen Parteikollegen verteidigte er die Reise: Lieber etwas tun als nichts tun und nur zusehen, sagte er. Nehammer war auch in die ukrainische Hauptstadt Kiew gereist und hatte den Vorort Bucha besucht, Schauplatz einer Reihe von Gräueltaten, die russischen Truppen zugeschrieben werden. Nehammer betonte, Österreich sei neutral, habe aber dennoch eine Meinung. Wenn es Kriegsverbrechen gibt, wird die Regierung sie beim Namen nennen.

Zu der jüngsten Kritik an der Partei im Zuge der Korruptionsermittlungen sagte Nehammer: „Wir lassen uns nicht einschüchtern“. Je größer der Druck, desto mehr kämpft die Partei und setzt sich für das Volk ein.

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