Mittwoch, Oktober 27, 2021
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Mitten im Flussflutrestaurant in Bangkok zu essen, wird ein Hit

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Die Fluten des Chao Phraya trafen auch das Restaurant Titiporn Jutimanon in Bangkok. Die Existenz des jungen Gastronomen ist bedroht. Doch dann wird ein Video von Gästen, die beim Essen auf die Bänke springen und lachen, wenn Wellen auf die Terrasse schlagen, zum Facebook-Hit.

Neung genießt gegrilltes Schweinefleisch in einem Restaurant am Ufer des Chao Phraya, Bangkoks majestätischem, von Fluten angeschwollenen Fluss. Ein Boot fährt vorbei, Neung klettert auf einen Hocker, um der Welle auszuweichen, und setzt sich dann wieder hin. Er ist glücklich, er hat einen Platz im „Chaopraya Antique Café“ bekommen. Sein Besitzer bietet Speisen mit direktem Blick auf die braune Flut.

Die Gäste des rund 20 Kilometer vom Zentrum Bangkoks entfernten Restaurants sitzen auf Holzhockern, während trübe, braune Fluten über ihre Tische spülen. Schuld daran sind der Tropensturm Dianmu und die Monsunregen, die in 33 thailändischen Provinzen zu schweren Überschwemmungen geführt haben. Und in den nächsten Tagen drohen weitere Stürme und Überschwemmungen.

Titiporn Jutimanon, der Besitzer des „Chaopraya Antique Café“, dachte, die Überschwemmungen würden seinem von der Corona-Pandemie bereits schwer getroffenen kleinen Geschäft endlich ein Ende bereiten. Er wollte gerade schließen, stellte aber bald fest, dass es den Gästen nichts ausmachte, von Wasser umgeben zu sein. Inzwischen ist sein Restaurant so beliebt, dass ohne Vorbestellung gar nichts geht.

Der Erfolg kam mit einem Video, das Titiporn auf Facebook verbreitet hatte: Kunden essen auf der überfluteten Terrasse und klettern lächelnd auf Stühle oder Tische, sobald vorbeifahrende Boote Wellen schlagen. Die Bilder des skurrilen Lokals verbreiteten sich schnell und Mundpropaganda erregte weiteres Interesse, sagte Titiporn.

Rund 50.000 Restaurants in Bangkok mussten nach Angaben des thailändischen Restaurantverbandes wegen der Corona-Krise und den damit verbundenen Reisebeschränkungen dauerhaft schließen. Titiporn blieb dieses Schicksal dank der Überschwemmungen erspart. „Ich bin erleichtert“, sagt er. „Wenn ich das Restaurant wieder schließen müsste, würde es definitiv nicht überleben.“

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