Samstag, Oktober 1, 2022
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Mobilisierung in Russland Die Antwort auf Putin können nur Kampfpanzer sein

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Solange Putin an der Macht ist, wird er die Ukraine nicht allein lassen. Daher besteht die einzige Option für die Ukraine darin, ihn zurückzudrängen. Dafür braucht sie weitere Unterstützung aus dem Westen.

Als Wladimir Putin am 21. Februar seine einstündige Ukraine-Rede hielt, in der er dem Nachbarland das Existenzrecht absprach, wurden die Ukrainer immer nervöser. Nachdem die britischen und US-amerikanischen Geheimdienste in den Wochen und Monaten zuvor vor einer großen russischen Invasion gewarnt hatten, was viele Menschen in der Ukraine mit Skepsis aufgenommen hatten, klang das krude Weltbild, das der russische Präsident so ausführlich präsentierte, wie eine Kriegserklärung. Drei Tage später war klar, dass sie genau das war.

Genau sieben Monate später, am 21. September, kündigte Putin die sogenannte Teilmobilmachung an. Nun war es vor allem Russland, das den Schock vom 24. Februar noch einmal durchlebte. Für viele Russen war der Angriffskrieg gegen die Ukraine, den sie bequem vom Sofa aus verfolgten, viel näher als zuvor.

Die Mobilisierung in Russland war natürlich auch für die Ukrainer eine wichtige Nachricht. Es wurde und wird darüber gesprochen und diskutiert. Was jetzt aber komplett fehlte: Angst vor Putin, seinen Scheinreferenden in den besetzten ukrainischen Gebieten und vor allem seiner nuklearen Erpressung.

Die Menschen in der Ukraine zeigen sich seit langem unbeeindruckt von Putins Worten und Taten, obwohl sie von diesem Krieg direkt betroffen sind und nach den Tragödien von Bucha und Mariupol zuletzt mit den schrecklichen Bildern der Massengräber im befreiten Isjum konfrontiert wurden. Darüber hinaus hat Putin nach der erfolgreichen ukrainischen Gegenoffensive in der Oblast Charkiw offen zu Terrortaktiken gegen die zivile Infrastruktur der Ukraine gegriffen. Er verhehlt nicht einmal, dass die Anschläge vom 11. September 2001 auf Wärmekraftwerke im Südosten des Landes beabsichtigt waren.

Putin will die Ukrainer offensichtlich auspowern. Er will, dass sie irgendwann auf die Straße gehen und von ihrer Regierung einen Waffenstillstand fordern. Und nach der Niederlage in Charkiw möchte er zumindest das ukrainische Territorium sichern, das Russland derzeit noch besetzt. Sein Problem: Nicht nur Präsident Wolodymyr Selenskyj, sondern die gesamte ukrainische Nation hat kein Interesse. In diesem existenziellen Verteidigungskrieg bleibt den Ukrainern nichts anderes übrig, als für die besetzten Gebiete zu kämpfen. Solange Putin an der Macht ist, wird er die Ukraine nicht allein lassen – und er wird sicher nicht an der jetzigen Front stehen bleiben, sondern höchstens innehalten und dann wieder zuschlagen.

Die einzige Option für die Ukraine und auch für den Westen besteht darin, ihn zurückzudrängen. Dazu bedarf es noch größerer militärischer Unterstützung aus dem Westen. Denn obwohl wir bereits den Großteil der kampfbereiten russischen Armee an der Front gesehen haben, wird die Mobilmachung zumindest rechtzeitig das russische Personalproblem teilweise lösen, das für die russische Katastrophe im Bezirk Charkiw mitverantwortlich war. Die Antwort auf Putins Eskalation können nur neue Lieferungen schwerer Waffen nach Kiew sein – darunter auch Kampfpanzer nach westlichem Vorbild.

Die im Westen so oft beschworenen Eskalationsrisiken werden allein von der Ukraine getragen und sind den Ukrainern seit Kriegsbeginn bewusst. Könnte Putin beispielsweise taktische Atomwaffen gegen eine größere Konzentration ukrainischer Streitkräfte einsetzen? Das ist nicht ganz ausgeschlossen, und die Möglichkeit wird auch im jüngsten programmatischen Text des ukrainischen Oberbefehlshabers Valeriy Zalushny erwähnt. Aber das zeigt, dass die Ukrainer sowohl mental als auch militärisch auf alle Szenarien vorbereitet sind. In jedem Fall wäre ein solcher Angriff mit Risiken für russische Soldaten selbst verbunden und daher nur mäßig wahrscheinlich.

Kurz vor der ukrainischen Gegenoffensive besuchten hochrangige russische Regierungsbeamte und Politiker Städte wie Kupjansk und Isjum in der Oblast Charkiw. „Russland ist für immer da“, verkündeten sie. Die Aussage ist nicht gut gealtert. Nach der Befreiung der Nordbezirke, nach der Vertreibung der Russen von der strategisch wichtigen Schlangeninsel, nach der Gegenoffensive und nun nach der Ablösung der von der russischen Propaganda stets verteufelten Kommandeure des Asow-Regiments ist eines klar: Was auch immer Russland sagt, es versteht nur eine Sprache der Stärke. Die Ukraine wird sich auf keine andere Sprache mehr verlassen, und der Westen sollte es auch nicht.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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