Montag, September 26, 2022
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Mobilitätsforscher Knie: "Autofahren muss teurer werden"

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Bund und Länder streiten um die Nachfolge des 9-Euro-Tickets. Der Mobilitätsforscher Knie drückt aufs Tempo. In dem tägliche Themen er plädierte dafür, schnell ein 29-Euro-Ticket einzuführen. Subventionen für das Auto sollten gestrichen werden.

Nach dem Ende des 9-Euro-Tickets streben Bund und Länder Klarheit über ein Nachfolgeangebot bis Mitte Oktober an. Allerdings kämpfen sie noch um zusätzliche Milliarden für den gesamten Nahverkehr. Angestrebt wird angeblich ein Preis zwischen 49 und 69 Euro im Monat. Größter Streitpunkt bleibt bislang jedoch die Finanzierung des Projekts.

Wegen hoher Energiekosten fordern die Bundesländer in der Regel mehr Geld vom Bund für Busse und Bahnen. Sie rechnen mit mehr als den 1,5 Milliarden Euro, die das Verkehrsministerium zugesagt hat.

Beide Seiten haben nun beschlossen, das Folgeangebot in einer Arbeitsgruppe bis Oktober anzunehmen – sehr zum Unmut des Mobilitätsforschers Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum Berlin. „Das war heute kein Verherrlichungsblatt für die deutsche Verkehrspolitik“, kommentierte er im tägliche Themen die Beratungen von Bund und Ländern am Montag. „Wir hatten so viel Euphorie und Schwung mit dem 9-Euro-Ticket.“ Jetzt können sich die Politiker nicht einigen. „Es ist fast tragisch.“

Knie wünscht sich für den Nachfolger des 9-Euro-Tickets einen einheitlichen Preis. Der Geltungsbereich sollte seiner Meinung nach „alle Ecken der Bundesrepublik“ umfassen. „Das dürfte ein echter Kracher für die Verkehrswende werden“, sagt Knie.

Recherchen hätten ergeben, dass 29 Euro ein guter Preis wären. Aber es reicht nicht aus, nur den Nahverkehr abzudecken. Das Ticket muss auch für den Fernverkehr und für das Sammeltaxi gültig sein. „Dann hätten wir eine richtig gute Alternative zum Auto.“

Knie hingegen glaubt nicht, dass es besser wäre, mehr Geld in den Ausbau von Infrastrukturen wie Autobahnen zu stecken. „Natürlich brauchen wir mehr Geld. Aber es ist viel Geld im Auto. Davon müssen wir etwas umleiten.“ Zuschüsse wie die Wegstreckenpauschale und das Dienstwagenprivileg müssen Sie auf den Prüfstand stellen.

„Autofahren muss teurer werden“, sagt Knie. Dagegen sollen Busse, Bahnen und die letzte Meile günstiger werden. „Davon profitieren wir alle, insbesondere die unteren Einkommensschichten“, sagt der Mobilitätsforscher. „Dann hätten wir eigentlich etwas für die Pariser Klimaziele getan, was wir aktuell nicht erreichen.“



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Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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