Sonntag, November 28, 2021
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Mordfall Meredith Kercher, nur Verurteilter vorzeitig entlassen

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Der Mord an Meredith Kercher im Jahr 2007 erinnert an Amanda Knox. Die US-Studentin, der „Engel mit den Augen des Eises“, wird verurteilt, doch nach vier Jahren spricht ein Gericht sie und ihren Ex-Freund frei. Rudy Guédé ist der einzige Verurteilte, der vorzeitig freigelassen wurde.

14 Jahre nach der Ermordung der jungen Britin Meredith Kercher in Italien ist der einzige Verurteilte des Falls aus der Haft entlassen worden. Der Ivorer Rudy Guédé, dessen DNA am Tatort in Perugia gefunden wurde, wurde vorzeitig freigelassen, wie sein Anwalt Fabrizio Ballarini mitteilte. Guédé war wegen Beteiligung an der Tat zu 16 Jahren Haft verurteilt worden.

Die 21-jährige Austauschstudentin Kercher wurde am 2. November 2007 halbnackt und mit durchgeschnittener Kehle in der Wohnung in Perugia entdeckt, die sie mit der US-Studentin Amanda Knox teilte. Ihr Körper wies 47 Messerstiche auf und die Studentin war ebenfalls vergewaltigt worden.

Guédé wurde wenige Wochen nach dem Mord in Deutschland festgenommen. Er war aus Perugia geflohen, nachdem ein DNA-Test ihn mit dem Mord in Verbindung gebracht hatte. Im Oktober 2008 wurde er in Italien wegen Mordes und sexuellen Missbrauchs zu 30 Jahren Haft verurteilt. Im Berufungsverfahren wurde die Strafe im Dezember 2009 auf 16 Jahre herabgesetzt.

Guédé hatte immer seine Unschuld beteuert. Auch die Staatsanwaltschaft vertrat die Auffassung, dass er die Tat nicht allein hätte begehen können.

Knox und ihr ehemaliger italienischer Freund Raffaele Sollecito wurden 2009 zu 26 bzw. 25 Jahren Gefängnis verurteilt. Nach jahrelangem juristischen Tauziehen sprach der italienische Oberste Gerichtshof die beiden 2015 schließlich wegen schlampiger Ermittlungen frei. Knox war vier Jahre in Italien inhaftiert, bevor er in die USA zurückkehrte.

Nach den Freisprüchen von Knox und Sollecito versuchte Guédé vergeblich, auch seine Verurteilung anzufechten. Seit Dezember letzten Jahres darf er tagsüber das Gefängnis in Viterbo nördlich von Rom verlassen. Die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, Guédé habe Kontakt zur Caritas aufgenommen und in der Bibliothek des Zentrums für Kriminologische Studien in Viterbo gearbeitet.

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