Donnerstag, Januar 27, 2022
StartNACHRICHTENMorgen soll eine Entscheidung fallen: Djokovic wieder in Untersuchungshaft

Morgen soll eine Entscheidung fallen: Djokovic wieder in Untersuchungshaft

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In weniger als 48 Stunden beginnen die Australian Open – und die Sache um Djokovic ist immer noch nicht geklärt. Der Tennisstar sitzt wieder in Untersuchungshaft – die Entscheidung, ob er im Land bleiben kann, soll morgen fallen.

Novak Djokovic sitzt erneut im Abschiebehotel im Melbourner Stadtteil Carlton fest. Fotografen und Kamerateams warten auf der Straße. Fernsehbilder zeigen das schwarze Rollgittertor vor der Tiefgarage. „Befreit sie alle“, schrieb jemand an die Wand des Hauses, denn die Unterkunft beherbergt auch Flüchtlinge – einige von ihnen seit Jahren.

Der Tennis-Weltranglistenerste – so entschied gestern ein Gericht – darf das Hotel nur noch zu Gesprächen mit seinen Anwälten und zu seiner Anhörung verlassen. Am Sonntag entscheidet Australiens Bundesgericht endgültig, ob er im Land bleiben und bei den am Montag beginnenden Australian Open spielen kann.

Bürger im ganzen Land wurden gestern von Fernsehsendern gefragt, wie sie den Fall Djokovic beurteilen – und für die meisten ist die Sache klar:

Dass sich Einwanderungsminister Alex Hawke mit der Entscheidung so viel Zeit ließ, wurde vielfach kritisiert – Oppositionsführer Anthony Albanese spricht sogar von einem Debakel: „Die Regierung hat nichts unternommen und aus einem Problem wurde eine Krise. Es ist eine internationale Blamage für Australien.“

Minister Hawke hingegen sagte, er wolle keine Fehler machen und habe alle Fakten sorgfältig geprüft. Vielleicht wollte er Djokovic vor dem Anpfiff der Australian Open am Montag möglichst wenig Zeit zum Reagieren geben. „Gut begründet und im öffentlichen Interesse“, sagt Hawke zu seiner Entscheidung.

Djokovics Anwälte sehen das natürlich anders, sie sprechen von einer irrationalen Entscheidung. Der Tennisprofi müsse als Sündenbock für alle Ungeimpften herhalten, argumentieren sie.

Djokovic ist bekennender Impfgegner. Er wollte demnach mit einer Sondergenehmigung nach Australien einreisen, was er mit einer überstandenen Covid-Infektion begründete. Allerdings habe es beim PCR-Test vom Dezember letzten Jahres Ungereimtheiten gegeben, zudem habe er falsche Angaben auf dem Anmeldeformular gemacht.

Neunmal hat der Serbe die Australian Open bereits gewonnen – mit seinem zehnten Sieg in diesem Jahr wollte er als erfolgreichster Spieler aller Zeiten Tennisgeschichte schreiben. Aber wenn das Gericht gegen seine Berufung entscheidet, sitzt er bald im Flugzeug nach Hause und darf die nächsten drei Jahre nicht nach Australien reisen.



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