Freitag, August 12, 2022
StartNACHRICHTENMoskau stimmt mit Schröder darin überein, dass der Kreml teilweise recht hat...

Moskau stimmt mit Schröder darin überein, dass der Kreml teilweise recht hat "durchaus verhandlungsbereit"

- Anzeige -


Gerhard Schröder ist überzeugt, dass der Krieg in der Ukraine am Verhandlungstisch enden wird. Das scheiterte laut Altkanzlerin bislang an einem widerstrebenden Europa. Kremlsprecher Peskow bekräftigt die Verhandlungsbereitschaft Russlands, knüpft sie aber an eine Maximalforderung.

Die russische Regierung hat ihr Interesse an einer Verhandlungslösung mit der Ukraine bekräftigt, wie sie Altkanzler Gerhard Schröder behauptet – allerdings nur zu ihren eigenen Bedingungen. Russland sei „durchaus bereit“ für eine diplomatische Lösung des „Problems“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow auf Nachfrage in Moskau, wie unter anderem die russische Zeitung „Kommersant“ berichtete. Moskau werde jedoch nur ein Abkommen zu seinen eigenen Bedingungen unterzeichnen, sagte er.

Nach seinem Besuch in der russischen Hauptstadt und einem Gespräch mit Russlands Präsident Wladimir Putin hatte Schröder zuvor in einem Interview mit „Stern“ und RTL/ntv erklärt, dass der Krieg in der Ukraine „ohne Gespräche nicht beendet werden könne“. „Die gute Nachricht ist, dass der Kreml eine Verhandlungslösung will“, sagte er. Der 78-jährige Altkanzler verortete das Problem in Europa: Deutschland und die Bundesregierung, aber auch Frankreich, stünden in einer besonderen Verantwortung. Sein Eindruck ist jedoch, dass im Moment nicht genug passiert.

Unter anderem die Bundesregierung hegt erhebliche Zweifel an Schröders Annahme, Russlands Präsident Wladimir Putin sei ernsthaft an einer für beide Seiten akzeptablen Verhandlungslösung interessiert. Offiziell bietet der Kremlchef seit Wochen Friedensgespräche zu seinen Bedingungen an. Allerdings lehnen Bundeskanzler Olaf Scholz und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dieses „Friedensdiktat“ ab. Unter anderem, weil eine solche Waffenruhe für die ukrainische Bevölkerung nicht übertragbar wäre.

Darüber hinaus sind Historiker und Russlandexperten davon überzeugt, dass ein Waffenstillstand für den Kreml nur ein taktischer wäre. Russland werde die Zeit nutzen, um seine Truppen neu zu formieren und zu regenerieren, erklärte Militärexperte Carlo Masala von der Universität der Bundeswehr kürzlich im „Stern“-Podcast „Ukraine – Die Lage“. „Das Fernziel wäre nicht aufgegeben worden. Das heißt, wir müssen damit rechnen, dass 2022 der Auftakt zu einem neuen Angriff in ein paar Jahren ist. So wie 2014 der Auftakt zu 2022 war.“

Äußerungen des ehemaligen russischen Präsidenten und Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew passen zu dieser Beschreibung. In einem inzwischen gelöschten Telegram-Beitrag bezeichnete er den Angriff auf die Ukraine vom Dienstag als ersten Schritt zur Wiederherstellung der Sowjetunion und des russischen Zarenreichs. Als Ziele für weitere Feldzüge nach der Ukraine nannte er die ehemaligen Sowjetstaaten Georgien und Kasachstan.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare