Freitag, Mai 13, 2022
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Mysteriöse Fälle von Hepatitis bei Kindern: Immer mehr Länder melden Krankheiten

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Experten rätseln über Dutzende von Hepatitis-Fällen bei Kindern in Europa und den USA. Bei den Betroffenen wurde keiner der bisher bekannten Erreger nachgewiesen. Es werden mehrere Ursachen untersucht.

Fälle von Hepatitis bei Kindern unbekannter Herkunft, die erstmals im Vereinigten Königreich gemeldet wurden, haben sich inzwischen auf andere europäische Länder ausgeweitet. Eine solche Leberentzündung mit unbekanntem Auslöser sei nun auch bei Kindern in Dänemark, Irland, den Niederlanden und Spanien festgestellt worden, teilte die EU-Gesundheitsbehörde ECDC am Dienstag mit. Auch im US-Bundesstaat Alabama gibt es neun Verdachtsfälle.

Das ECDC sagte, die Fälle würden in allen betroffenen Ländern noch überprüft. „Derzeit ist die genaue Ursache der Hepatitis dieser Kinder unbekannt.“ Die bekannten Erreger der Hepatitis A, B, C, D und E wurden bei den Betroffenen nicht nachgewiesen. Die britischen Gesundheitsbehörden prüfen daher Zusammenhänge mit anderen häufigen Erregern wie dem Coronavirus, früheren Infektionen und Umweltfaktoren. Laut ECDC ist die wahrscheinlichste Ursache derzeit eine Infektion.

Am Freitag gab die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bekannt, dass sie 84 Fälle von Hepatitis bei Kindern überprüft, die seit dem 5. April in Großbritannien gemeldet wurden. Die WHO erwartet daher in den folgenden Tagen weitere solcher Fälle, von denen die meisten Kinder unter zehn Jahren betrafen.

In den meisten dieser Fälle entwickelten die Kinder kein Fieber. Zu den Symptomen gehörten Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen und Gelbsucht. Einige der Leberinfektionen im Vereinigten Königreich waren so schwer, dass Kinder in spezielle Leberstationen verlegt werden mussten. Nach Angaben der WHO und des ECDC mussten sechs Kinder erneut eine Lebertransplantation erhalten.

Das ECDC erklärte, dass zur Klärung der Ursache mit einem Fragebogen ermittelt wurde, welche Speisen und Getränke die Personen konsumiert hatten. Auch nach persönlichen Gewohnheiten wurde gefragt. Es wurde kein gemeinsamer externer Faktor der Krankheiten gefunden. Laut ECDC gab es auch keinen Zusammenhang zwischen den Hepatitis-Fällen und einer Corona-Impfung.

Die Leiterin der Abteilung für klinische und neu auftretende Infektionen der britischen Gesundheitsbehörde, Meera Chand, riet am Freitag zu „normalen Hygienepraktiken“ als Vorsichtsmaßnahme. Vorsichtsmaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen könnten dazu beitragen, „die Ausbreitung vieler der von uns untersuchten Infektionen zu verringern“, erklärte sie.

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