Samstag, Juni 25, 2022
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Nach Antisemitismus-Vorwürfen soll das Documenta-Banner teilweise abgedeckt werden

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Ein Gemälde eines Soldaten mit Schweinsgesicht und Davidstern sorgt für Aufsehen. Die Documenta und die verantwortlichen Künstler haben sich daher offenbar darauf verständigt, die umstrittenen Passagen zu vertuschen. Die israelische Botschaft will, dass das Banner weg ist.

Nach den Antisemitismus-Vorwürfen gegen die Documenta 15 in Kassel sollen laut Medienberichten Teile des stark kritisierten Banners des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi abgedeckt werden. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ und „3sat-Kulturzeit“ haben Taring Padi, die Leitung und die künstlerische Leitung der documenta entschieden, Teile der Darstellung in dem fraglichen Werk am Friedrichsplatz zu verdecken.

Die Documenta-Pressestelle war zur Bestätigung nicht erreichbar. Auf dem großflächigen Banner auf dem Friedrichsplatz ist unter anderem ein Soldat mit Schweinegesicht zu sehen. Er trägt einen Schal mit Davidstern und einen Helm mit der Aufschrift „Mossad“ – so der Name des israelischen Auslandsgeheimdienstes.

Die israelische Botschaft in Berlin forderte die sofortige Entfernung des umstrittenen Werks. „Wir sind empört über die antisemitischen Elemente, die auf der gerade in Kassel stattfindenden documenta 15 öffentlich gezeigt werden“, teilte die Botschaft mit.

„Die in einigen Exponaten gezeigten Elemente erinnern an die Propaganda von Goebbels und seinen Handlangern in dunklen Zeiten deutscher Geschichte“, erklärte die israelische Botschaft. Alle roten Linien wurden nicht nur überschritten, sie wurden zerschmettert. „Diese Gegenstände sollten sofort aus der Ausstellung entfernt werden. Sie haben absolut nichts mit Meinungsfreiheit zu tun, sondern sind Ausdruck von Antisemitismus alten Stils.“

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, sagte: „Als Mitglied der Jüdischen Gemeinde, aber auch als Bürgerin dieses Landes, bin ich entsetzt über den schieren Judenhass, der in Taring Padi zum Ausdruck kommt Bild. Personen mit Schläfenlocken und SS-Runen, dazu ein Schweinekopf mit der Aufschrift ‚Mossad'“ – das ist grob antisemitisch.

Die Ankündigung, das Gemälde werde stellenweise vertuscht und die Grenzüberschreitung „durch Hinzufügen einer Fußnote entschärft“, ist absurd. Die antisemitischen Vorfälle rund um diese documenta sind zu einem gesamtgesellschaftlichen Thema geworden.

Das American Jewish Committee Berlin forderte die Entlassung der Documenta-Geschäftsführerin Sabine Schormann. Sie solle sofort von ihren Aufgaben entbunden werden, „der offen zur Schau gestellte Antisemitismus sollte sofort gestoppt und die entsprechenden Werke entfernt werden“, sagte Direktor Remko Leemhuis.

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