Mittwoch, November 30, 2022
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Nach dem Anschlag in Istanbul: Erdogan plant Bodenoffensiven gegen die Kurden

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Nach den Luftangriffen auf kurdische Stellungen in Syrien und im Irak plant Erdogan auch Bodenoffensiven. Die Türkei macht PKK und YPG für Anschlag in Istanbul verantwortlich.

Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erwägt Bodenoffensiven nach Luftangriffen auf kurdische Stellungen in Syrien und im Irak. Es besteht kein Zweifel, dass es nicht auf Luftoperationen beschränkt ist.

„Es muss entschieden werden, wie viele Kräfte von den Bodentruppen teilnehmen sollen, und dann werden Schritte unternommen“, sagte Erdogan laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Montag. Konkreter ging es nicht.

Die Türkei ist in der Nacht zum Sonntag mit zahlreichen Luftangriffen im Nordirak und Nordsyrien gegen die von der kurdischen Arbeiterpartei verbotene YPG und PKK vorgegangen. Mindestens 35 Menschen seien getötet worden, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Kurdische Milizen hatten Vergeltungsmaßnahmen angekündigt. Am Sonntag und Montag meldete die Türkei Granaten, die ihre Grenze zu Syrien töteten und verletzten.

Die türkische Regierung hat ihre Luftangriffe am Sonntag vor einer Woche mit einem Angriff auf die Einkaufsstraße Istiklal in Istanbul in Verbindung gebracht. Er sieht die syrisch-kurdische Organisation YPG und die verbotene Arbeiterpartei PKK als Drahtzieher des Anschlags, beide zurückgewiesen. Die Ermittlungen in der Türkei dauern noch an.

Nach Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums richten sich die Angriffe nun gegen PKK- und YPG-Stützpunkte. Die türkische Regierung stuft beide als Terrororganisationen ein.

Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zielten die Angriffe am Montag auf eine Schule, zwei Häuser und einen Lastwagen nahe der Grenze zur syrischen Stadt Jarablus. Die Bilder zeigten zerbrochene Scheiben in einer Schule und einen brennenden Lastwagen. Bei einem Raketenangriff aus Syrien sind am Sonntag sechs Polizisten und zwei Soldaten verletzt worden.

Die Türkei versucht seit Jahren, an ihrer Grenze zu Syrien eine „Pufferzone“ einzurichten und kurdische Einheiten zurückzudrängen, die sie für Terroranschläge verantwortlich macht.

Menschenrechtsaktivisten kritisieren militärische Angriffe auf kurdische Gebiete in Syrien und im Irak. Bei den Angriffen gehe es um „die Zerstörung der kurdischen Selbstbestimmung und Identität“, kritisierte Martin Lessenthin, Sprecher des Rates der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Die Menschenrechtsorganisation fordert eine sofortige Einstellung der Angriffe.

Minderheiten in der Region wie Kurden, Yeziden und assyrische Christen leiden seit Jahren unter Menschenrechtsverletzungen. Die aktuellen Angriffe im Irak zielen speziell auf die Kurden und sollen laut IGFM die Protestbewegung zerstören.

Die Menschenrechtsorganisation äußerte sich auch zur aggressiven Expansionspolitik der Türkei unter Erdogan, die gezielt auf kurdische Gebiete abziele.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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