Dienstag, Oktober 19, 2021
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Nach dem Anschlag in Norwegen: Die Polizei konzentrierte sich früher auf Verdächtige

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Der Mann, der gestern im norwegischen Kongsberg fünf Menschen getötet haben soll, stand bereits im Fokus der Polizei. Den Ermittlern zufolge gab es Hinweise auf Radikalisierungstendenzen.

Nach dem tödlichen Anschlag in der norwegischen Stadt Kongsberg haben Ermittler weitere Details veröffentlicht. Demnach stand der Tatverdächtige wegen einer vermuteten Radikalisierung schon vor der Tat im Fokus der Polizei. Die norwegischen Behörden hätten ihn dazu im vergangenen Jahr kontaktiert, teilte die Polizei auf einer Pressekonferenz mit. Die Beweise deuteten darauf hin, dass der 37-jährige Däne zum Islam konvertiert war.

„Es gab schon früher Befürchtungen einer Radikalisierung“, sagte der norwegische Polizist Ole Bredrup Saeverud. Diesen Befürchtungen wurde 2020 und früher nachgegangen.

Die zuständige Staatsanwaltschaft hatte zuvor mitgeteilt, dass der Verdächtige die Taten eingestanden habe. Sie bestätigte, dass er mehrmals mit dem norwegischen Gesundheitsdienst in Kontakt gestanden habe. Aus den Aussagen ging nicht hervor, ob der Mann wegen psychischer Probleme behandelt wurde.

Der Mann wird verdächtigt, in der vergangenen Nacht in Kongsberg zahlreiche Menschen mit mehreren Waffen, darunter Pfeil und Bogen, angegriffen zu haben. Fünf Menschen wurden getötet und zwei verletzt. Die Opfer sind zwischen 50 und 70 Jahre alt.

Die Angriffe ereigneten sich an mehreren Orten in der Innenstadt. Der Täter habe sich über ein größeres Gebiet bewegt, teilten die Ermittler mit. Die Innenstadt war deshalb großflächig abgesperrt. Auf der Flucht vor der Polizei erschoss der Angreifer die Beamten mit Pfeilen. Es habe eine „Konfrontation“ gegeben, teilte die Polizei nun mit. Den Angaben zufolge dürften alle Opfer erst nach Eintreffen der Polizei getötet worden sein.

Aufgrund der umfangreichen Ermittlungen wollten die Ermittler zunächst keine weiteren Details preisgeben. Solange das Motiv des Täters unklar ist, wird wegen Terrorismusverdachts ermittelt. Der mutmaßliche Täter ist Berichten zufolge bereit, mit der Polizei zu kooperieren. Die Ermittler gehen davon aus, dass er allein gehandelt hat.

Nach Angaben der Polizei wurde der mutmaßliche Angreifer rund eine halbe Stunde nach dem ersten Notruf festgenommen. Einer der Verletzten sei ein Polizist, der zum Tatzeitpunkt nicht im Dienst gewesen sei, teilte Aas mit. Genauere Angaben zu den anderen Opfern gibt es nicht. Die Verletzten werden derzeit auf der Intensivstation eines Osloer Krankenhauses behandelt, ihr Leben ist jedoch nicht in Gefahr. Am Abend durchsuchte die Polizei die Wohnung des Verdächtigen und seinen Computer.

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