Samstag, Dezember 10, 2022
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Nach dem Tod von Mahsa Amini: Massenproteste im Iran und in Deutschland

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Tausende Menschen haben erneut gegen das Regime im Iran protestiert. Mehrere Hauptstraßen wurden von Menschen blockiert. Auch in Deutschland demonstrierten Menschen.

Im Iran gingen am Samstag systemkritische Proteste in verschiedenen Landesteilen weiter. Augenzeugen zufolge blockierten Tausende Demonstranten mehrere Hauptstraßen in der Hauptstadt Teheran und riefen Parolen gegen die politische Führung der Islamischen Republik.

Die Frauen nahmen ihre Schleier wieder ab und riefen „Freiheit, Freiheit“. In einigen Stadtteilen kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die Polizei soll Tränengas gegen die Demonstranten eingesetzt haben.

Die Proteste führten in verschiedenen Teilen der Hauptstadt zu erheblichen Staus. Viele Fahrer zeigten sich solidarisch mit den Demonstranten und hupten. In der Stadt Sahedan im Südosten des Landes kam es am Freitag zu gewalttätigen Ausschreitungen.

19 Menschen wurden getötet, darunter mindestens drei Mitglieder der örtlichen Revolutionsgarden. Weitere 20 wurden schwer verletzt. Aufgrund der wachsenden Gewaltbereitschaft auf beiden Seiten befürchtet die Bevölkerung, dass sich der Vorfall in Sahedan in anderen Landesteilen wiederholen könnte.

Auslöser der Demonstrationen war der Tod der 22-jährigen Mahsa Amini vor zwei Wochen. Die Sittenpolizei hatte sie wegen ihrer angeblich „nicht-islamischen Kleidung“ festgenommen. Was danach mit Amini geschah, ist unklar.

Die Frau fiel ins Koma und starb am 16. September im Krankenhaus. Kritiker werfen der Sittenpolizei Gewalt vor; die Polizei bestreitet es. Seit dem Tod der jungen Frau haben Tausende Menschen im ganzen Land gegen das repressive Vorgehen der Regierung und der Sicherheitskräfte sowie gegen das islamische System demonstriert.

Auch in Deutschland demonstrierten mehr als zehntausend Menschen aus Solidarität mit den regierungsfeindlichen Protesten im Iran. In Berlin sprach die Polizei am Samstag von insgesamt knapp 5000 Teilnehmern an verschiedenen Aufzügen, in Hamburg von etwa 4000 und in Frankfurt am Main von etwa 2800. Dagegen haben sie protestiert

In Hamburg riefen die Teilnehmerinnen „Vorbei, weg, weg – die Mullahs müssen weg“ und „Frauen wollen Freiheit“. Bereits am Vormittag hatte es eine Aktion auf dem Rathausmarkt gegeben, bei der Demonstranten Plakate und eine rot angemalte Perücke auf dem Boden platzierten. In Frankfurt skandierten Demonstranten Parolen wie „Frau – Leben – Freiheit“. Es gab mehr Teilnehmer als angemeldet.

In Berlin forderte ein Sprecher einer Gruppe nach Deutschland verbannter Iraner ein Ende des Blutvergießens und demokratische Reformen im Land. Angesichts der aktuellen Gewalt im Iran müsse die Bundesregierung neue Sanktionen verhängen, vor allem gegen die Eliten des Regimes, forderte er.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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