Mittwoch, Februar 1, 2023
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Nach Koranverbrennung Erdogan: Keine Unterstützung für Schweden in Nato-Frage

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Wegen der russischen Aggression in der Ukraine will Schweden Mitglied der NATO werden. Doch die Türkei steckt in der Sache seit Monaten in einer Sackgasse – und daran wird sich nach Ansicht von Präsident Erdogan auch nichts ändern. Schuld daran ist die Koranverbrennung.

Laut dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan kann Schweden nach der Koran-Verbrennung in Stockholm nicht auf die Unterstützung der Türkei für eine NATO-Mitgliedschaft zählen. „Wenn Sie der türkischen Republik oder den religiösen Überzeugungen der Muslime keinen Respekt entgegenbringen, dann können Sie von uns keine Unterstützung in Bezug auf die Nato bekommen“, sagte Erdogan in Ankara.

Grund für die Empörung ist ein Protest einer kleinen Gruppe um den dänischen Rechtsextremisten Rasmus Paldudan in Stockholm. Nach Angaben der schwedischen Nachrichtenagentur TT wurde in der Nähe der türkischen Botschaft auch eine Kopie des Korans – der heiligen Schrift des Islam – verbrannt. Das Ganze sei eine „Schande“, sagte Erdogan.

Sowohl in der Türkei als auch im Irak gingen Demonstranten nach der Aktion auf die Straße. Vor der schwedischen Botschaft in Bagdad brachen Unruhen aus. Eine Gruppe soll versucht haben, in das Gebäude einzudringen.

Das Nato-Mitglied Türkei blockiert seit Monaten die Aufnahme Schwedens und Finnlands in das Verteidigungsbündnis. Vor allem die Türkei wirft Schweden vor, „terroristische Organisationen“ wie die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK zu unterstützen, und fordert die Auslieferung einer Reihe von Personen, die Ankara als Terroristen einstuft.

Anfang Dezember hat Schweden laut türkischen Staatsmedien ein in der Türkei verurteiltes Mitglied der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) ausgeliefert. Anfang Januar sah sich die schwedische Regierung auf dem richtigen Weg. „Die Türkei hat bestätigt, dass wir getan haben, was wir ihr versprochen haben“, sagte Ministerpräsident Kristersson auf einer Sicherheits- und Verteidigungskonferenz im westschwedischen Sälen.

Kurz darauf hängten ihm Aktivisten in Stockholm eine Puppe an die Füße, die den türkischen Präsidenten darstellen sollte, was wiederum für Empörung in Ankara sorgte. Auch Kristersson verurteilte die Aktion. Auch die Türkei protestierte gegen die Genehmigung einer Demonstration durch Sympathisanten der kurdischen Arbeiterpartei PKK. Dann kam der Skandal um die Koranverbrennung. Ohne die Türkei sehen Schwedens Nato-Aussichten düster aus: Alle 30 Mitglieder müssen Beitrittsanträge ratifizieren.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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