Samstag, Oktober 1, 2022
StartNACHRICHTENNach Teilmobilmachung: Russland: Ansturm auf Flugtickets im Ausland

Nach Teilmobilmachung: Russland: Ansturm auf Flugtickets im Ausland

- Anzeige -

Kurz nachdem Präsident Wladimir Putin eine Teilmobilisierung angekündigt hatte, begann in Russland ein Ansturm auf Flugtickets aus Übersee. Was könnte dahinter stecken?

Die von Kremlchef Wladimir Putin angekündigte Teilmobilmachung hat in Russland einen Ansturm auf Flugtickets im Ausland ausgelöst. Direktflüge von Moskau nach Istanbul in der Türkei und Eriwan in Armenien waren laut Daten von Russlands beliebtester Flugbuchungsseite Aviasales am Mittwoch ausverkauft. Beide Länder erlauben Russen die Einreise ohne Visum.

Flüge von Moskau nach Istanbul mit Turkish Airlines waren am Sonntagnachmittag entweder ausgebucht oder nicht verfügbar. Innerhalb weniger Minuten stieg der Preis für One-Way-Tickets von Moskau nach Istanbul oder Dubai in der Economy Class auf 9.200 €. Einige Verbindungen mit Zwischenlandung, darunter jene von Moskau in die georgische Hauptstadt Tiflis, seien nicht mehr verfügbar.

Direktflüge in die ehemaligen Sowjetrepubliken Georgien, Aserbaidschan und Kasachstan waren am Mittwoch ebenfalls ausgebucht, der nächste AirSerbia-Flug nach Belgrad stand nach Angaben der serbischen Fluggesellschaft erst wieder am Montag zur Verfügung.

Experten interpretieren den Angriff als Zeichen dafür, dass viele Russen einem Kriegsaufruf gegen die Ukraine entgehen wollen. Erste Recherchen der ZDFheute-Redaktion bestätigen eine starke Nachfrage.

Auch Inlandsflüge in Grenzstädte waren stark nachgefragt: Flugtickets von Moskau in die Stadt Wladikawkas an der georgischen Grenze kosteten am Mittwoch über 750 Dollar, mehr als das Zehnfache des Normalpreises.

Im Internet kursierten Panikmeldungen. Es gab Berichte über Menschen, die an der Grenze zu Georgia zurückgedrängt wurden. Die Website der Russischen Staatsbahn brach zusammen, weil so viele Menschen nach Möglichkeiten suchten, ins Ausland zu reisen. Es gab auch Vorschläge, wie man vermeiden könnte, in die Armee eingezogen zu werden.

Putin hatte betont: „Nur die Bürger, die sich derzeit in der Reserve befinden, werden dem Entwurf unterliegen“. Und Verteidigungsminister Sergej Schoigu sagte, dass von den 300.000 Reservisten, die eingezogen werden, nur etwa ein Prozent der Männer einzugsberechtigt sind. Doch offenbar trauten viele Russen dem nicht, vor allem weil es widersprüchliche Berichte gab und die Details offen blieben.

Medienberichten zufolge versicherte der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses der russischen Duma, Andrej Kartapolow, den Behörden, dass sie Reservisten, die ins Ausland reisen, keine weiteren Beschränkungen auferlegen würden. Gleichzeitig riet er jedoch möglicherweise einberufenen Männern, ihren Urlaub nicht in der Türkei, sondern in der südrussischen Krasnodar Krai oder auf der annektierten Krim zu verbringen.

Aktuelle Nachrichten zum russischen Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Live-Blog:

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare