Sonntag, August 14, 2022
StartNACHRICHTENNach Tod eines Impfers: Berlin: Gemeinsam mit Wien gegen Hass

Nach Tod eines Impfers: Berlin: Gemeinsam mit Wien gegen Hass

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Auch der Tod eines monatelang bedrohten Arztes in Österreich sorgte lange für Bestürzung. Gemeinsam mit Wien will die Bundesregierung verstärkt gegen Online-Hass vorgehen.

Die Bundesregierung zeigte sich „zutiefst bestürzt“ über den Tod der österreichischen Ärztin Lisa-Maria Kellermayr. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Bundesregierung sind sehr daran interessiert, gemeinsam mit Österreich gegen Hass vorzugehen. Drohungen, Gewalt und Hassreden sind aufs Schärfste zu verurteilen.

Deutsche Behörden kooperierten mit den Österreichern bei der Aufklärung der Todesumstände von Kellermayr, sagte der Sprecher.

Kellermayr war durch seine Bemühungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie im Internet zum Hassobjekt von Impfgegnern geworden. Die 36-Jährige wurde am vergangenen Freitag tot in ihrem Büro aufgefunden.

Er hatte von monatelangen Einschüchterungen bis hin zu Morddrohungen berichtet – weshalb er schließlich sein Büro schloss. Der Mediziner schrieb Ende Juni auf Twitter, niemand könne mit Arbeitsbedingungen rechnen, „wie wir sie in den vergangenen Monaten erlebt haben“. Berichten zufolge stand sie lange Zeit unter Polizeischutz.

SPD-Chefin Saskia Esken rief alle dazu auf, Opfern psychischer Gewalt zu helfen. „Wir müssen als Gesellschaft sichtbar zusammenstehen, wenn Menschen eingeschüchtert und bedroht werden“, sagte Esken dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Der Abgeordnete der Grünen-Bundestagsfraktion, Konstantin von Notz, forderte eine bessere Ausstattung der Internet-Ermittler. „Behörden müssen digitale Hassreden ernst nehmen und mit den Mitteln ausgestattet werden, um diese Taten effektiv zu verfolgen“, sagte von Notz der „Rheinischen Post“.

Unterdessen kündigte die österreichische Justiz an, die Leiche des Arztes nun einer Obduktion zu unterziehen. Die Autopsie sei auf Wunsch von Angehörigen durchgeführt worden, sagte ein Sprecher. Die Staatsanwaltschaft im oberösterreichischen Wels geht weiterhin von einem Suizid des Arztes aus. Es gibt keine neuen Hinweise oder andere Erkenntnisse.

In dem Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft München auch „gegen einen Mann, der der Beleidigung und Bedrohung verdächtigt wird“. Zu weiteren Details wollte sich ein Sprecher der Behörde nicht äußern. Medienberichten zufolge drohte der Mann aus Oberbayern dem Arzt mit Folter und Mord.

Zudem sei auch in Berlin eine Anzeige erfolgt, wie die Zeitungen der Mediengruppe Bayern unter Berufung auf die österreichische Staatsanwaltschaft berichten.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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