Sonntag, Januar 16, 2022
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Nachfrage steigt stark an Bald ist jeder vierte PCR-Test positiv

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Nicht nur die Zahl der Neuinfektionen nimmt spürbar zu, auch der Anteil positiver Tests nimmt zu. Fast jeder vierte Mensch hat eine Corona-Infektion – ein Rekord seit Beginn der Pandemie. Und man geht davon aus, dass die Nachfrage weiter steigen wird. Vielerorts bilden sich Schlangen vor den Testzentren.

In Deutschland steigt die Testnachfrage wieder, die Positivquote steigt weiter: In der vergangenen Woche (3. bis 9. Januar) führte der Laborverbund ALM 1,4 Millionen PCR-Tests durch. Im Vergleich zur Vorwoche von Silvester ist das ein Plus von gut 56 Prozent. Damals gab es 898.000 Tests.

Die positive Quote erreichte mit 23,4 Prozent – ​​zumindest in der ALM-Datenreihe – ein neues Allzeithoch. Mehr als jeder fünfte PCR-Test ist ein Hit. Sollte sich der Trend fortsetzen, dürfte bereits in der kommenden Woche jeder vierte PCR-Test positiv ausfallen.

Die Labore schreiben in ihrem aktuellen Bericht: „Die Omikron-Variante führt in Deutschland erwartungsgemäß zu einem weiteren starken Anstieg der Infektionszahlen und damit auch der SARS-CoV-2-Tests.“ Schaut man sich heutzutage die Warteschlangen vor vielen Testzentren an, verstärkt sich dieser Eindruck.

Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, schätzt ein Mitarbeiter eines Neuköllner Testzentrums die aktuelle Wartezeit für einen PCR-Test auf mindestens zwei Stunden. Dennoch liegt die Sieben-Tage-Inzidenz im Berliner Bezirk Neukölln aktuell bei 1114. In vielen, vor allem urbanen Regionen ist die Situation jedoch sehr ähnlich. Und die Wartezeit auf ein Ergebnis ist oft lang. Manchmal dauert es bis zu 48 Stunden, im Extremfall spricht die „Bild“-Zeitung sogar von fünf Tagen.

ALM-Chef Michael Müller sieht die Lage angespannt, sieht die Labore aber gut vorbereitet. „Der Stress in den Labors ist groß, aber ich sehe keinen Grund zur Sorge“, sagte Müller. Vielmehr sei es bei zunehmender Testaktivität und begrenzten Testkapazitäten wichtig, sich stärker auf die nationale Teststrategie zu konzentrieren und diese auch tatsächlich umzusetzen, so der ALM-Bericht weiter.

Konkret bedeutet dies, dass Personen, die Symptome einer Covid-Erkrankung aufweisen, zunächst getestet werden sollen. An zweiter Stelle stehen Personen, die zwar keine Symptome aufweisen, aber Kontakt zu einer bekanntermaßen infizierten Person hatten. Die dritte Priorisierungsgruppe umfasst Personen in Gemeinschaftseinrichtungen oder Unterkünften, in denen ein Covid-19-Fall bestätigt wurde. Zu dieser Gruppe gehören auch Schulen und Kitas.

Letztere rücken nach dem Ende des Urlaubs wieder in den Fokus. ALM-Vorstandsmitglied Evangelos Kotsopoulos geht davon aus, dass positive Fälle, die durch die sogenannte Lolli-PCR-Methode nachgewiesen werden, zu zahlreichen Folgetests führen werden. Zudem ist davon auszugehen, dass die Zahl der durchgeführten PCR-Tests durch geänderte Quarantäneregeln weiter steigen wird. Der Plan der Bundesregierung sieht vor, dass sich Menschen in häuslicher Quarantäne kostenlos mit einem negativen PCR-Test testen können. Anstelle der zunächst erforderlichen zehn Tage können sie die Wohnung nach einem negativen PCR-Test nach sieben Tagen verlassen. Das Hauptziel dieser Verordnung ist es, zu verhindern, dass der Bereich der sogenannten kritischen Infrastruktur arbeitsfähig ist.

Vor allem Großbritannien hatte massive Auswirkungen, als Hunderttausende Menschen gleichzeitig zu Hause unter Quarantäne gestellt wurden, weil sie Kontakt zu Infizierten hatten. Dies führte dazu, dass Züge zeitweise nicht fuhren oder Supermarktregale leer blieben, weil Personal fehlte. Auch Polizei und Feuerwehr waren von Personalengpässen betroffen. Und nicht zuletzt wirkten sich die Fehlzeiten stark auf das Krankenhauspersonal aus. Daher ordnete die Regierung vor kurzem 200 zusätzliche Militärangehörige zum Londoner Hotspot an.

Deutschland steht noch nicht vor einer ähnlichen Situation. ALM-Chef Müller sagt: „Die Labore haben solche Situationen schon mehrfach gemeistert und sind gut vorbereitet. Arbeiten, nicht überlasten, denn auch sie können als Kontaktpersonen krank oder in Quarantäne geschickt werden.“

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