Freitag, August 12, 2022
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Nahostkonflikt: Angriffe auf beiden Seiten der Grenze zu Gaza

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Aus dem Gazastreifen wurden zahlreiche Raketen auf Israel abgefeuert. Zuvor hatte Israel Ziele im Gazastreifen angegriffen – und einen militanten Palästinenserführer getötet. Für Zivilisten war es eine Nacht der Angst.

Es war eine Nacht der Angst – auf beiden Seiten der Grenze zum Gazastreifen: Auf israelischer Seite verbrachten die meisten Menschen die Nacht in Notunterkünften – aus Sorge vor den Raketen aus dem Gazastreifen. Dort, an der palästinensischen Küste, fürchteten die Bewohner israelische Angriffe.

Bereits am Nachmittag hatte die Armee mit der Operation namens „Daybreak“ begonnen. Es richtete sich speziell gegen die palästinensische Extremistenorganisation Islamischer Dschihad. Der Gruppe zugeschriebene Einrichtungen und Personen wurden angegriffen. Der Sprecher der israelischen Armee, Ran Kochav, machte deutlich, dass die Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert, nicht das Ziel der Angriffe ist. Er sagte:

Der Fokus liegt auf dem Dschihad wegen der Gefahr, dass israelische Städte mit Panzerabwehrraketen beschossen werden. Kochav erklärte weiter: „Wir werden diese Bedrohung entschieden, professionell und endgültig beseitigen.“

Nach Angaben der Armee waren unter den Toten auch Kämpfer des Islamischen Dschihad, die kurz vor dem Angriff standen. Das Ziel der israelischen Operation war auch die oberste Führung der Gruppe. Ein hochrangiger Kommandeur des Islamischen Dschihad wurde bei einem gezielten Luftangriff getötet.

Die irannahe Organisation, die unter anderem von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wird, kündigte daraufhin Vergeltung an und feuerte die ganze Nacht über Raketen ab.

Besonders betroffen war das israelische Grenzgebiet zum Gazastreifen. Aber auch in den Vororten von Tel Aviv heulten vereinzelt Fliegeralarmsirenen und die Explosionen von Abfanggranaten waren zu hören. Israels Kurzstrecken-Luftverteidigungssystem Iron Dome fing einige Raketen ab – andere fielen, ohne größeren Schaden anzurichten.

Einige Menschen wurden leicht verletzt, als sie versuchten, so schnell wie möglich in Notunterkünfte zu gelangen. Bis zum Abend waren bei den israelischen Luftangriffen im Gazastreifen mindestens zehn Menschen getötet und mehr als 70 verletzt worden. Unter den Opfern war auch ein fünfjähriges Mädchen.

Der UN-Sondergesandte für den Nahostkonflikt, Tor Wennesland, sagte, es gebe keine Rechtfertigung für Angriffe auf Zivilisten. Er forderte die Konfliktparteien auf, die Kämpfe zu beenden. Israel reagierte mit der Militäroperation auf Drohungen des Islamischen Dschihad. Er hatte Angriffe angekündigt, nachdem die israelische Armee ein hochrangiges Mitglied der Gruppe im Westjordanland festgenommen hatte. Der israelische Ministerpräsident Jair Lapid sagte, Israel werde einer Terrororganisation nicht erlauben, die Tagesordnung zu bestimmen.

Israel sei an einer Großoffensive nicht interessiert, werde davor aber auch nicht zurückschrecken, sagte Lapid.

Dass die aktuelle Eskalation zu einem weiteren Gaza-Krieg führen wird, ist nicht zwangsläufig und wird davon abhängen, ob sich die Hamas an dem militärischen Schlagabtausch beteiligt. Im Herbst 2019 tötete Israel gezielt einen Kommandanten des Islamischen Dschihad, der mit Raketenbeschuss reagierte. Die Hamas beteiligte sich nicht. Die Kämpfe endeten nach etwa zwei Tagen. Diesmal könnte es genauso sein. Aber das kann noch nicht beurteilt werden.



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Abgel T
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Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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