Mittwoch, Dezember 7, 2022
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Neue Hürde bei Klimakonferenz John Kerry ist Corona-positiv

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Welche Länder sollen Kompensationszahlungen für Klimaschäden in anderen Ländern leisten? Das ist die Kernfrage der Weltklimakonferenz, und sie ist noch nicht beantwortet. Das Treffen soll heute enden. Mit John Kerry muss nun einer der wichtigsten Teilnehmer der COP27 seinen diplomatischen Schlussspurt am Telefon absolvieren.

Mitten in der wichtigen Schlussphase bei der Weltklimakonferenz in Ägypten ist US-Klimakommissar John Kerry positiv auf Corona getestet worden. Er habe sich isoliert und habe leichte Symptome, sagte seine Sprecherin am Freitagabend. Kerry wurde vollständig gegen das Coronavirus geimpft und erhielt zudem eine Auffrischungsimpfung. „Er arbeitet telefonisch mit seinem Team von Verhandlungsführern sowie ausländischen Kollegen zusammen, um ein erfolgreiches Ergebnis der COP27 sicherzustellen.“ Die Corona-Infektion eines der wichtigsten Teilnehmer bedeutet eine zusätzliche Hürde für die Mammutkonferenz, die bereits am Freitagabend in Sharm el Sheikh verlängert wurde.

Am Vorabend hatten Vertreter aus fast 200 Ländern bis spät in die Nacht mit strittigen Themen gerungen. Auch am späten Freitagabend kam es zu keiner Einigung. Das wichtigste Thema, die Finanzierung klimabedingter Schäden in ärmeren Ländern wie Dürren, Überschwemmungen und steigende Meeresspiegel, bleibt umstritten. „Es wird morgen eine herausfordernde Phase, daraus einen Text zu machen, mit dem alle zufrieden sind“, sagte David Waskow vom US-Thinktank World Resources Institute. Die Frage der Entschädigungszahlungen für Klimaschäden sei nun das „entscheidende Problem“, sagte Waskow am Abend. „Sobald das gelöst ist, kann in anderen Bereichen viel gelöst werden.“

Ein solcher Durchbruch wäre ein Hoffnungsschimmer für das Treffen, wo es sonst viele Ecken und Winkel gibt. Der ägyptische Gastgeber will die Konferenz am Samstag beenden. Mit Kerrys Corona-Infektion dürften die Verhandlungen in der Schlussphase nicht einfacher werden. Als ranghöchster Vertreter der Vereinigten Staaten, die neben China und der EU zu den größten Verursachern klimaschädlicher Emissionen zählen, ist der ehemalige US-Außenminister eine Schlüsselfigur mit langjähriger Erfahrung und diplomatischem Geschick . In den letzten Tagen und Stunden der Konferenz verhandeln die Teilnehmer oft bis spät in die Nacht, um eine Einigung über strittige Punkte zu erzielen.

Ein Knackpunkt in der Diskussion: Sind Länder, die besonders viele Treibhausgase ausstoßen, bereit, sich für diesen Fonds zu engagieren und langfristig auch zu zahlen? Umstritten ist unter anderem die Rolle Chinas. Das Land will im internationalen Klimaschutz weiterhin als Entwicklungsland behandelt werden, wie es das Kyoto-Protokoll vor 30 Jahren festgeschrieben hat. Westliche Länder wollen China jedoch aufgrund seiner Wirtschaftskraft und seiner Rolle als größter Emittent von Treibhausgasen nicht mehr als Empfänger von Geldern einstufen.

Dazu liegt eine Initiative der EU auf dem Tisch, die nach langem Zögern nun grundsätzlich bereit ist, unter bestimmten Bedingungen grünes Licht für einen solchen Topf zu geben. Allerdings knüpft die EU ihre Bereitschaft an Bedingungen: Einerseits müssten die Mittel nur den am stärksten gefährdeten Staaten zugutekommen, sagte EU-Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans. Und es muss sichergestellt werden, dass die Ausgleichszahlungen mit mehr Ehrgeiz bei der Eindämmung der Erderwärmung einhergehen.

Auch Außenminister Baerbock machte deutlich, dass ein Rückschritt beim Klimaschutz für die EU nicht hinnehmbar sei. „Schlimmer als kein Ergebnis wäre ein Ergebnis, das den Konsens in Glasgow und Paris schwächt, verwässert oder sogar umdreht“, sagte der Grünen-Politiker mit Blick auf frühere Klimakonferenzen. Ein am Freitagmorgen veröffentlichter Entwurf der Abschlusserklärung des Gipfels fordert einen schrittweisen Kohleausstieg. Die Forderung einiger Staaten, auch den Abschied von Öl und Gas in den Gesetzentwurf aufzunehmen, wird jedoch nicht aufgegriffen – was bei Klimaschützern auf Kritik stößt und auch einigen Staaten nicht gefällt. Die Forderung, Klimaschutzpläne zu schärfen, bleibt relativ unverbindlich.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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