Mittwoch, Januar 19, 2022
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Neue Regeln für Freestyle-Testing: Wer darf wie lange in Quarantäne?

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Der Bundesrat hat beschlossen, die Quarantäneregeln zu verkürzen. Vor allem Studenten und Menschen mit Boostern profitieren. Was jetzt gilt: ein Überblick.

Nach dem Bundestag hat am Freitag auch der Bundesrat einer Änderung der Quarantäneregeln zugestimmt.

Angesichts der zahlreichen Omicron-Neuinfektionen soll der Zusammenbruch des öffentlichen Lebens und kritischer Infrastruktur verhindert werden. Deshalb wurde beschlossen, die Quarantäne- und Isolationsauflagen zu lockern.

Bisher waren 14 Tage Isolation und Quarantäne an der Tagesordnung. Die neuen Regeln sehen vor:

Wer im Sinne dieser Regelungen als bevollmächtigt gilt, ist jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Revolutionäre Infektionen werden in einigen Ländern als Köder angesehen, in anderen nicht. Hier finden Sie eine Übersicht der für Ihr Bundesland geltenden Regelungen:

Auch für Schul- und Kindergartenkinder gelten in der Neuregelung Sonderregelungen. Für sie können Quarantänezeiten deutlich verkürzt werden.

Die Neuregelung sieht vor, dass sie als Referenzen bereits nach fünf Tagen per PCR oder Schnelltest getestet werden können. Für Infizierte gilt die gleiche Isolationsfrist von sieben oder zehn Tagen wie für andere Personengruppen.

In der Praxis sind die Maßnahmen in den Schulen jedoch wesentlich komplexer als die Bundesverordnungstheorie. Zählt eine ganze Klasse als enger Kontakt oder nur als unmittelbarer Nachbar? Anderswo müssen Schüler als Kontaktpersonen nicht mehr in Quarantäne, solange sie jeden Tag einen fünftägigen negativen Schnelltest machen und einen Mundschutz tragen.

Die soeben vom Parlament gebilligte Verordnung tritt am Samstag in Kraft. Wie andere Corona-Verordnungen müssen auch diese neuen Regelungen in das jeweilige Landesrecht umgesetzt werden.

Einzelne Bundesländer waren bereits auf Basis von Landesbeschlüssen vom 7. Januar vorgeprescht. In Berlin gelten die neuen Regeln ab diesem Freitag, in Bayern ab Mittwoch. Woanders kommen sie später. Sachsen will die neuen Quarantäneregeln ab dem 23. Januar in Kraft setzen.

Vor allem in Berlin hatte es in den vergangenen Tagen Verwirrung gegeben, da einzelne Bezirksämter bereits die verkürzten Quarantänezeiten nutzten. „Die Gesundheitsämter konnten bisher bereits die reduzierte Quarantäne durchsetzen, unsere Verordnung steht dem nicht entgegen“, teilte die Berliner Senatsverwaltung heute dem ZDF mit.

Die neuen Bundesvorschriften unterscheiden nicht zwischen Infektionsfällen und Verdachtsfällen bei Delta und Omikron. Einzelne staatliche Regelungen machen noch eine solche Differenzierung. Dies ist problematisch, da der Variantentyp nur für einen Teil aller positiven Proben im Labor bestimmt wird.

Am Donnerstag teilte das Robert-Koch-Institut in seinem Wochenbericht mit, dass das Omicron mittlerweile in Deutschland weit verbreitet ist. Der nationale Anteil beträgt 73,3% aller Neuinfektionen. In Bremen sind bereits 96,2 % aller Neuinfektionen mit Omikron verbunden.

Es besteht keine Pflicht, nach sieben Tagen einen Schnelltest oder eine PCR durchzuführen, um beispielsweise schneller wieder arbeitsfähig zu sein.

Beharre ein Arbeitnehmer trotz eines möglichen Tests auf einer vollen zehntägigen Quarantänezeit, könne der Arbeitgeber für diese zusätzliche Zeit das Gehalt einbehalten, sagt Michael Fuhlrott, Professor für Arbeitsrecht, ZDFheute. „Als Arbeitnehmer haben Sie eine Mitwirkungs- und Treuepflicht gegenüber Ihrem Arbeitgeber“, sagt Fuhlrott.

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