Freitag, Juni 24, 2022
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Neue Regeln für trans- und nicht-binäre Menschen im Fußball

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Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) lässt transgender, intersexuelle und nicht-binäre Menschen selbst entscheiden, ob sie in einer Frauen- oder einer Männermannschaft spielen.

Die neue Regelung gilt ab der kommenden Saison für den Amateur- und Jugendbereich sowie den Futsal. Das teilte der DFB am Donnerstag (23.06.2022) mit. Personen mit Personenstandseintrag „Taucher“ oder „nicht spezifiziert“ und geschlechtsangleichende Fußballer können dann zwischen den beiden Spielberechtigungen wählen. Dies gilt auch für Transgender-Fußballer, „die jetzt zu einem selbstbestimmten Zeitpunkt wechseln oder zunächst in der Mannschaft bleiben können, in der sie zuvor gespielt haben“.

Solange die sportliche Betätigung während der Einnahme von Medikamenten die Gesundheit der betroffenen Person nicht beeinträchtigt, könnte die Person am Spiel teilnehmen, „Warum die Neuregelung Dopingrelevanz ausschließt“.

Er begrüße die Regulierung des DFB sehr, sagte der queere Beauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann von den Grünen. „Damit unterstreicht der DFB sein Bemühen, die Akzeptanz und Teilhabe von LGBTIQ-Personen im Fußball sicherzustellen. Mit der Neuregelung kann der Fußball seine Vorbildfunktion beweisen. Jeder soll ohne Diskriminierung Fußball spielen können.“

Der Bundesverband Trans lobte: „Das ist eine Entscheidung, die in die richtige Richtung geht. An Menschen mit dem Personenstand ‚divers‘ oder ’nicht näher bezeichnet‘ hat noch nie jemand gedacht. Sie denken weit genug, das ist eine informierte Angelegenheit.“

Vertreter der Landes- und Regionalverbände sollen die betroffenen Fußballer unterstützen, „Zugang niedrigschwellig halten“wie der DFB schrieb.

„Fußball steht für Vielfalt, dafür setzt sich auch der DFB ein“sagte Thomas Hitzlsperger, DFB-Botschafter für Vielfalt: „Mit der Regulierung des Glücksspielrechts schaffen wir weitere wichtige Voraussetzungen, um Spielern unterschiedlicher Geschlechtsidentität das Spielen zu ermöglichen.“

Die Regelung wurde für den Amateurfußball in die DFB-Spielordnung sowie in die DFB-Jugendordnung und die DFB-Futsalordnung aufgenommen. Bisher wurde das Geschlecht in die Personaldokumente eingetragen „männlich“ oder „Weiblich“ entscheidend für die Einräumung der Spielberechtigung. Eine separate Regelung für Einträge, die seit 2018 möglich sind „Taucher“ oder „nicht spezifiziert“ es gab nicht.

Der Berliner Fußball-Verband hatte bereits 2019 entsprechende Regeln eingeführt. Die Erfahrung hat gezeigt, dass der Wettbewerb integr ist „nicht gefährdet“ wird, so der DFB.

Sabine Mammitzsch, die DFB-Vizepräsidentin für Frauen- und Mädchenfußball, fügte in der DFB-Erklärung hinzu: „Die Landes- und Regionalverbände, aber auch die Verantwortlichen an der Basis signalisieren seit langem, dass Unsicherheiten bestehen, wie mit trans*, inter* und nicht-binären Spielern in der Praxis umgegangen werden soll. Daher begrüßen sie die Einführung einer nationalen, übergreifenden Regelung zum Glücksspielrecht sehr.“

In mehreren Sportarten, darunter Schwimmen, Radfahren und Rugby, gab es in den vergangenen Wochen Änderungen an Transgender-Regeln oder Absichtserklärungen. Auf Nachfrage der Sportschau kündigte auch der Weltfußballverband FIFA an, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen: „Die FIFA überprüft derzeit ihre Politik der geschlechtsspezifischen Eignung in Absprache mit sachverständigen Interessenvertretern.“

Thomas Bach hat als Präsident des Internationalen Olympischen Komitees schon vor Monaten gesagt, es werde keine einheitliche Regelung für den Sport geben. Bei der Sitzung seines Exekutivkomitees am Freitag (24.06.2022) konnte das IOC auf die neuen Entwicklungen in den verschiedenen Sportarten eingehen. Das Thema steht aber nicht explizit auf der Agenda.



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