Mittwoch, Februar 8, 2023
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Neue Statistik: Kaum ostdeutsche Chefs in Bundesbehörden

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Auch drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung sind Ostdeutsche in Spitzenbehörden des Bundes unterrepräsentiert. Ostkommissar Carsten Schneider will das ändern.

Obwohl etwa 20 Prozent der Bevölkerung ursprünglich aus Ostdeutschland stammen, haben Ostdeutsche nur selten ein Mitspracherecht bei den Exekutivplänen von Bundesbehörden und Bundesgerichten. Lediglich 13,9 % haben eine Führungsposition in höheren und höheren Bundesbehörden inne. Ohne Berlin sind es nur 7,4 %. Das geht aus einer Umfrage von Ostbeauftragtem Carsten Schneider (SPD) hervor, die das Bundeskabinett am Mittwoch beraten wird.

Nicht nur in Politik und Verwaltung, sondern auch in Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft, Justiz und Medien, so Schneider, müssten mehr Ostdeutsche Führungspositionen besetzen. „Das ist entscheidend für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Stabilität unserer Demokratie“, sagt der Osteuropabeauftragte der Bundesregierung.

Für die erstmals erhobene Statistik wurde die Herkunft von Führungskräften für mehr als 3.600 Stellen in 93 Bundesbehörden untersucht. Dazu gehören die Bundesregierung, der Bundestag, das Bundespräsidialamt, der Bundesrat und das Bundesverfassungsgericht sowie alle Bundesgerichte.

Dem Bericht zufolge fühlen sich viele Ostdeutsche als Bürger zweiter Klasse, weil sie in der Elite unterrepräsentiert sind. Um das zu ändern, will Schneider nicht auf eine Quote zurückgreifen. Vielmehr sollen nach einem Konzept viele kleine Anpassungen vorgenommen werden.

Erstens müssen Geburtsortdaten systematischer erfasst werden. Bundesbehörden sollten mit Selbstverpflichtungen arbeiten. Auswahlgremien sollten vielfältiger besetzt, Führungskräfte gezielt für ihre Aufgaben geschult und Netzwerke gefördert werden.

Eine bessere öffentliche Repräsentation und Sichtbarkeit von Ostdeutschen in Führungspositionen, insbesondere in der Bundesverwaltung, könne das Vertrauen in die Demokratie stärken und die Akzeptanz auch bei schwierigen politischen Entscheidungen erhöhen, schlussfolgert Schneider.

Nicht nur in den Bundesbehörden sind Ostdeutsche generell selten in Führungspositionen zu finden:

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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