Montag, November 29, 2021
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Neues Institut für Kriegsschäden Polen besteht auf Weltkriegsreparaturen

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Millionen Polen verloren im Zweiten Weltkrieg ihr Leben; Den wirtschaftlichen Schaden des Krieges schätzt das Land auf 800 Milliarden Euro. Nachdem es lange Zeit um Polens Reparationsansprüche aus dem Weltkrieg geschwiegen hatte, stellt die Regierung in Warschau nun klar: Für sie ist das Thema nicht abgeschlossen.

Mit einem neuen Forschungsinstitut will Polen seine Reparationsansprüche für die durch die deutschen Besatzer im Zweiten Weltkrieg verursachten Schäden untermauern. Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki sagte in einem dpa-Interview, er habe am vergangenen Mittwoch ein Dokument zur Gründung des nach dem polnischen Widerstandskämpfer Jan Karski benannten Instituts für Kriegsschäden unterzeichnet.

„Das Thema ist nicht vom Tisch, weil Polen sehr schlecht behandelt wurde, weil es keine Reparationen erhielt“, sagte der Politiker der nationalkonservativen PiS-Partei. Das Institut sollte die Erforschung aller Kriegsschäden institutionalisieren und sich auch mit der weiteren Verfolgung von Reparationsansprüchen befassen.

Morawiecki kündigte zudem an, dass eine parlamentarische Kommission zur Untersuchung der Kriegsschäden ihren Bericht im Februar fertigstellen werde. Wie die Regierung dann damit umgehen wird, ist noch unklar. „Die Entscheidung, was mit diesem Bericht wann und wie geschehen soll, ist noch nicht gefallen“, sagte der Ministerpräsident. „Aber wir bereiten alles vor, um diesen Bericht der Welt da draußen zu präsentieren.“

Die parlamentarische Kommission wurde 2017 eingesetzt, um die Kriegsschäden in Polen festzustellen, das 1939 von Nazi-Deutschland angegriffen und bis 1945 besetzt war. Ihr Vorsitzender Arkadiusz Mularczyk hatte das Werk bereits im vergangenen Jahr für beendet erklärt. Laut Morawiecki wurde die Kommission jedoch gebeten, weitere Informationen hinzuzufügen. Der Bericht werde im Februar fertig sein, sagte er.

Nach früheren polnischen Schätzungen auf der Grundlage eines Inventars von 1946 zuzüglich Zinsen beläuft sich der Schaden auf 800 Milliarden Euro. Vier bis sechs Millionen Polen wurden im Zweiten Weltkrieg getötet.

Zum 80. Jahrestag des Kriegsbeginns hatte Warschau 2019 den Druck in der Reparationsdebatte deutlich erhöht. Danach wurde das Thema jedoch ruhiger. Das soll sich mit der Vorlage des Parlamentsberichts im Februar wieder ändern.

Für die Bundesregierung ist das Thema rechtlich und politisch abgeschlossen. Er bezieht sich hauptsächlich auf den Zwei-plus-Vier-Vertrag über die außenpolitischen Folgen der Deutschen Einheit von 1990. Im Vertrag zwischen der Bundesrepublik, der DDR und den vier ehemaligen Besatzungsmächten USA, Sowjetunion, Frankreich und Großbritannien sind Reparationen nicht ausdrücklich erwähnt. Darüber hinaus waren viele von Nazi-Deutschland angegriffene und besetzte Staaten wie Griechenland und Polen nicht an den Verhandlungen beteiligt.

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