Montag, November 29, 2021
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Newsblog Covid-19 Keine täglichen Tests für geimpftes medizinisches Personal mehr

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Medizinisches Personal muss derzeit täglich getestet werden – ob geimpft oder nicht. Dies stieß bei vielen Ärzten auf Kritik. Nun haben die Gesundheitsminister die Verordnung angepasst. Alle Infos im Newsblog.

So dramatisch war die Lage noch nie: Deutschland wird von der vierten Welle der Corona-Krise überrollt, bundesweit steigen die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen und die Zahl der Todesfälle. Die Politiker achten jetzt besonders auf die Werte der Krankenhausaufenthalte. Einen Überblick über die Situation in Ihrem Bundesland finden Sie Hier. Die Impfrate (voll geimpft) gegen das Coronavirus liegt bei rund 68 Prozent.

Nach heftiger Kritik wird die Testpflicht für geimpftes oder genesenes Personal in medizinischen Einrichtungen, wie sie das neue Infektionsschutzgesetz vorschreibt, gelockert. Die Gesundheitsminister der Länder haben sich am Donnerstag darauf geeinigt, auch bei voll geimpften Mitarbeitern die täglichen Tests auszusetzen, da dies zu „unzumutbaren Belastungen“ führen würde. Zwei Tests pro Woche seien ausreichend, erklärten die Ressortleiter der Länder. Medizinische Vertreter befürworteten den Schritt. Patientenvertreter äußerten jedoch Bedenken.

„Tägliche Tests, insbesondere von Geimpften und Genesenen, sind für die Mitarbeiter äußerst belastend und völlig unzumutbar“, sagte der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU). Zwei Selbsttests pro Woche „mit einem Antigen-Schnelltest des Arbeitgebers“ sind ausreichend. Der Bundesgesetzgeber muss die entsprechende Regelung in § 28b Abs. 2 Infektionsschutzgesetz unverzüglich anpassen. „Außerdem belasten tägliche Tests für Geimpfte die Testkapazitäten“, betonte Holetschek. „In vielen Ländern mit hohen Infektionszahlen sind die Laborkapazitäten bereits erschöpft.“ Die Ministerinnen und Minister der Länder einigten sich zudem darauf, die gesetzlich vorgeschriebene Dokumentations- und Berichterstattungspflicht über die Prüfungen auszusetzen.

Nach dem neuen Infektionsschutzgesetz müssen Mitarbeiter in Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeheimen vor Arbeitsaufnahme einen Corona-Test durchführen – unabhängig von ihrem Impfstatus. Die Testergebnisse müssen daher täglich dokumentiert und regelmäßig an die zuständigen Gesundheitsbehörden übermittelt werden. Geimpfte und rekonvaleszente Patienten können nur alle 48 Stunden getestet werden, wenn ein PCR-Test verwendet wird.

Tschechien ruft wegen der steigenden Zahl von Corona-Infektionen erneut den nationalen Notstand aus. Das teilte der amtierende Premierminister Andrej Babis nach einem Bericht der Agentur CTK in Prag am Donnerstag mit. Der Ausnahmezustand ermöglicht es der Regierung, Grundrechte wie die Versammlungsfreiheit auszusetzen. Darüber hinaus können Medizinstudierende zu einem Krankenhausaufenthalt verpflichtet werden. Nach einem Kabinettsbeschluss gilt die Maßnahme ab Freitag zunächst für 30 Tage.

Besonders stark betroffen sind die östlichen Landesteile. Am Donnerstag wurden 19 Corona-Patienten mit Hubschrauber und Krankenwagen aus überlasteten Brünner Krankenhäusern nach Prag verlegt. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg landesweit auf 1.097 pro 100.000 Einwohner. Nur knapp 6,3 Millionen der 10,7 Millionen Einwohner Tschechiens sind vollständig geimpft. In vielen Bereichen, etwa in Hotels und Restaurants, gilt mittlerweile die 2G-Regel (geimpft oder genesen).

Die Opposition, die bei den Wahlen im Oktober die Mehrheit errang und die künftige Regierung stellen soll, beklagte sich im Vorfeld, an den Entscheidungen nicht beteiligt gewesen zu sein. „Niemand hat mit uns eine Notstandserklärung konsultiert“, kritisierte der konservative Gesundheitsexperte Tom Philipp. Der letzte Ausnahmezustand war von Anfang Oktober 2020 bis Mitte April 2021.

Corona-Impfung in Israel: Das Land befürchtet eine fünfte Welle.  (Quelle: imago images / Xinhua)Corona-Impfung in Israel: Das Land befürchtet eine fünfte Welle. (Quelle: Xinhua / imago images)

Israel steht nach Angaben des nationalen Corona-Kommissars Salmans Sarka am Anfang einer neuen Infektionswelle. Aus Sicht der Experten komme der jüngste Anstieg der Neuinfektionen „zu früh und zu schnell“, berichtete das Radio. Im September befand sich Israel mit mehr als 11.000 neuen Fällen pro Tag auf dem bisherigen Höhepunkt der Pandemie. Mithilfe von Auffrischimpfungen konnte die Zahl der Infektionen auf durchschnittlich 400 pro Tag gesenkt werden. Die vierte Corona-Welle galt als überwunden.

Zuletzt verzeichnete das Gesundheitsministerium jedoch einen leichten Anstieg der Fallzahlen und des R-Wertes, der die Infektionsrate widerspiegelt. Experten erklären dies dem Bericht zufolge unter anderem mit der sinkenden Immunität von mehr als einer Million Israelis, die ihre zweite Impfdosis vor mehr als sechs Monaten erhalten haben.

Ende Juli startete Israel als erstes Land der Welt eine Auffrischungskampagne mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer. Fünf Monate nach der zweiten Impfung können Israelis eine Auffrischimpfung erhalten. Auch die Impfung für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren hat in dieser Woche begonnen. Von 9,4 Millionen israelischen Staatsbürgern wurden inzwischen rund 43 Prozent dreimal geimpft. Fast zwei Drittel erhielten mindestens zwei Spritzen.

Die Kanzlerin ist besorgt über die weiter steigenden Corona-Zahlen. Aus ihrer Sicht sind weitere Einschränkungen notwendig. Deshalb suchte sie auch das Gespräch mit den Ampelparteien. Lesen Sie hier mehr.

Angela Merkel: Die scheidende Kanzlerin will härtere Corona-Maßnahmen.  (Archivfoto) (Quelle: dpa / Michael Kappeler)Angela Merkel: Die scheidende Kanzlerin will härtere Corona-Maßnahmen. (Archivfoto) (Quelle: Michael Kappeler / dpa)

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