Mittwoch, Dezember 8, 2021
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Newsblog Covid-19 Sachsen über Inzidenz 1.000 – Kretschmer befürchtet harten Lockdown

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Sachsen meldet als erstes Bundesland einen Inzidenzwert von über 1.000. Sollte sich der Trend nicht ändern, will Ministerpräsident Michael Kretschmer nächste Woche über strengere Mittel sprechen. Alle Infos im Newsblog.

So dramatisch war die Lage noch nie: Deutschland wird von der vierten Welle der Corona-Krise überrollt, bundesweit steigen die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen und die Zahl der Todesfälle. Die Politiker achten jetzt besonders auf die Werte der Krankenhausaufenthalte. Einen Überblick über die Situation in Ihrem Bundesland finden Sie Hier. Die Impfrate (voll geimpft) gegen das Coronavirus liegt bei rund 68 Prozent.

Erstmals in einem Bundesland ist der Inzidenzwert über 1.000 gestiegen. Für Sachsen meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag einen Wert von 1.074,6, am Mittwoch lag die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche im Bundesland noch bei 935,8.

Innerhalb eines Tages zählten die Gesundheitsämter in Sachsen 11.581 neue Corona-Infektionen plus 42 Todesfälle. Bundesweit lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 419,7 (Vortag: 404,5).

Bundesweit lagen neun der zehn Landkreise in Sachsen über dem Inzidenzwert von 1.000. Lediglich die Großstädte Dresden (630,3), Leipzig (869,1) und Chemnitz (972,2) sowie der Landkreis Görlitz (735,6) liegen unter diesem Wert. Der Bezirk Sächsische Schweiz-Osterzgebirge bleibt mit 1.688 der bundesweite Hotspot.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer schließt einen Lockdown vor Weihnachten nicht mehr aus. „Die Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen. Sie kann nur verhindert werden, wenn es ein gemeinsames Verständnis und gemeinsames Bewusstsein gibt, Kontakte zu vermeiden und die Maßnahmen einzuhalten“, sagte der CDU-Politiker der „Sächsischen Zeitung“. Sollte sich in der kommenden Woche kein positiver Effekt einstellen, „müssen wir diese Diskussion führen“.

Kretschmer geht zudem davon aus, dass die Bettenbelegung mit Covid-19-Patienten in den nächsten Wochen dramatisch zunehmen wird. „Wir bereiten jetzt die Verlegung von Patienten in andere Bundesländer vor. Diese Möglichkeit besteht weiterhin. Wir werden dies auch nutzen, um präventive Maßnahmen zu ergreifen. Auf aktuelle Entwicklungen können wir kaum Einfluss nehmen.“

Aufgrund der hohen Zahl an Corona-Neuinfektionen im Südwesten schränken immer mehr Kliniken Patientenbesuche ein oder verbieten sie ganz. So besteht beispielsweise ein Besuchsverbot in den Universitätskliniken Freiburg und Ulm. Zuvor hatten die Häuser in Mannheim, Ludwigsburg und im Landkreis Reutlingen angekündigt, mit dieser Maßnahme das Infektionsrisiko in der Klinik auf ein Minimum reduzieren zu wollen.

Ausnahmen gelten jedoch, beispielsweise bei Geburten oder bei einem Krankenhausaufenthalt von Kindern. Auch wenn Patienten auf der Intensivstation sind oder sterben, dürfen Angehörige sie besuchen. Besucher müssen entweder geimpft, genesen oder getestet werden.

Andere Kliniken schränken die Besuche zumindest stark ein. Am Universitätsklinikum Heidelberg und am Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart dürfen Patienten nur eine Stunde täglich einen Besucher empfangen. Das Schwarzwald-Baar-Klinikum in Villingen-Schwenningen lässt nicht mehr zu, dass sich mehrere Besucher gleichzeitig in einem Patientenzimmer aufhalten.

Zudem setzen die Häuser auf die 2G-Regel. Wenn Sie also nicht geimpft sind oder sich erholt haben, müssen Sie draußen bleiben. Am Universitätsklinikum Tübingen wird zudem für die ausschließlich geimpften und genesenen Besucher ein negativer Corona-Schnelltest verlangt.

Der Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wünschte Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich nach seiner Corona-Infektion eine „schnelle vollständige Genesung“. „Der Fall zeigt, wie schwer es heute ist, Covid ohne Impfung zu vermeiden.“ In der Gruppe der Ungeimpften liege die Inzidenz weit über 1.000, schrieb der SPD-Politiker auf Twitter und warnte gleichzeitig: „Das Risiko ist unkontrollierbar.“

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