Donnerstag, Januar 27, 2022
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Newsblog Covid-19 WHO warnt: Die Hälfte der Europäer wird bald mit Omikron infiziert

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Einige Länder wollen trotz Omikron lockerer werden, doch die Weltgesundheitsorganisation schlägt Alarm: Auch bei milderen Krankheitsverläufen ist die Omikron-Variante nicht mit der Grippe zu vergleichen. Alle Infos im Newsblog.

Eine schwere Corona-Welle erschüttert Deutschland: In vielen Regionen ist die Zahl der Infektionen und Todesfälle hoch, Krankenhäuser sind erneut überlastet. Jetzt bereitet eine neue Variante den Experten zusätzliche Sorgen: Omikron. Mehr als 71 Prozent der Bürger sind vollständig geimpft.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt, dass sich in den nächsten sechs bis acht Wochen mehr als 50 Prozent der Bevölkerung in Europa mit der Omicron-Virus-Variante infizieren könnten. In der ersten Woche des neuen Jahres gab es in Europa mehr als sieben Millionen neu gemeldete Covid-19-Fälle, die sich innerhalb von zwei Wochen mehr als verdoppelten, sagte der Europa-Direktor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Hans Kluge.

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Dienstag 45.690 neue Corona-Infektionen in Deutschland. Das sind 15.129 Fälle oder rund 50 Prozent mehr als vor einer Woche, als 30.561 positive Tests gemeldet wurden. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 387,9 von 375,7 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner sich in den letzten sieben Tagen mit dem Coronavirus infiziert haben.

Angesichts der Entspannungsdebatten in vielen Ländern warnte die WHO davor, dass die Omicron-Variante zwar im Durchschnitt zu einem milderen Krankheitsverlauf führt, aber nicht mit der Grippe zu vergleichen sei. Am Montag meldeten mehrere Länder Personalengpässe in Kliniken, weil die Coronavirus-Variante Omikron zu einem starken Anstieg der Neuinfektionen geführt hatte. Auch medizinisches Personal ist betroffen. Zudem sorgt die hohe Zahl der Infektionen dafür, dass mehr Patienten ins Krankenhaus kommen. In Deutschland ist die Zahl der schwer erkrankten Corona-Intensivpatienten am Dienstag jedoch weiter auf 3.123 gesunken.

FDP-Vizechef Wolfgang Kubicki fordert eine Kampagne, um Impfgegner von der Sinnhaftigkeit einer Impfung zu überzeugen. „Mir fehlt einfach eine echte Kampagne des Bundesamtes für gesundheitliche Aufklärung“, sagt Kubicki und verweist auf die HIV-Kampagne „Gib AIDS keine Chance“. Es gibt nichts Vergleichbares mit Corona.

Skeptiker lassen sich mit einer allgemeinen Impfpflicht nicht gewinnen. Es ist wichtig, vor allem ältere Menschen von einer Impfung zu überzeugen, da insbesondere diese schwer erkranken können. „Wenn man sich einer Impfpflicht überhaupt nähern will, dann macht es höchstens für die über 50-Jährigen Sinn.“

Eine Initiative des FDP-Abgeordneten Andrew Ullmann sieht die Notwendigkeit von Impfpflichten für Menschen über 50 Jahren. Die Initiative plant einen Antrag auf eine gestaffelte Impfpflicht. „Als ersten Schritt könnten für alle obligatorische Impfinformationen verfügbar sein, möglichst von Ärzten in den Impf- oder Testzentren“, sagte Ullmann der „Welt“ am Dienstag. „Wenn wir dann sehen, dass die Durchimpfungsrate nicht signifikant ansteigt, könnte der nächste Schritt beispielsweise eine Impfpflicht für Menschen ab 50 sein.“ Denn sie erkrankten vergleichsweise häufiger schwer und müssten auf die Intensivstationen verlegt werden.

Wolfgang Kubicki: Es sei wichtig, vor allem ältere Menschen von Impfungen zu überzeugen, sagte der FDP-Vizepräsident.  (Quelle: imago images / Sven Simon)Wolfgang Kubicki: Es sei wichtig, vor allem ältere Menschen von Impfungen zu überzeugen, sagte der FDP-Vizepräsident. (Quelle: Sven Simon / imago images)

Einen eigenen Gesetzentwurf für eine generelle Impfpflicht wird die Unionsfraktion nach Angaben ihres Fraktionsvorsitzenden Thorsten Frei nicht vorlegen. „Wir erwarten einen Vorschlag der Bundesregierung“, sagt der CDU-Politiker. Die Ampelkoalition hat in dieser Frage keine eigene Mehrheit im Bundestag und geht daher den Weg der Fraktionsvorschläge. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich für eine generelle Impfpflicht ausgesprochen und muss daher in dieser Frage jetzt Führungsstärke zeigen, fordert Frei.

Bei einem Corona-Ausbruch nach einer Party auf Sylt stellt die Polizei fest, ob mehrere Besucher gefälschte Impfpässe hatten. „Die Ermittlungen in dem Fall dauern an“, sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums Flensburg, Christian Kartheus, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). Es geht demnach um den Verdacht, dass sich bis zu drei Besucher einer Weihnachtsfeier in Kampen mit gefälschten Corona-Impfpässen Zutritt verschafft haben.

Autokino-Testcenter auf Sylt: Auf der beliebten Ferieninsel soll über die Weihnachtsferien ein Superspreader-Event stattgefunden haben.  (Quelle: Getty Images / Alexander Körner)Autokino-Testcenter auf Sylt: Auf der beliebten Ferieninsel soll über die Weihnachtsferien ein Superspreader-Event stattgefunden haben. (Quelle: Alexander Körner / Getty Images)

Seit der Party an Heiligabend hat es auf der Nordseeinsel zahlreiche Corona-Infektionen gegeben, mehr als 570 Sylt-Bewohner befinden sich diesem Bericht zufolge in Quarantäne (mehr dazu lesen Hier).

Die Sieben-Tage-Inzidenz auf Sylt liegt mittlerweile bei über 1.500. Der Landkreis Nordfriesland geht nach eigenen Angaben davon aus, dass viele der Erkrankungen auf die Weihnachtsfeier zurückzuführen sind.

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